Zürcher Börse schließt erneut fester

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch mit einem späten aber deutlichen Schlussanstieg das vierte Plus in Folge er...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch mit einem späten aber deutlichen Schlussanstieg das vierte Plus in Folge erzielt. Der SMI sank nach einem gehaltenen Auftakt zunächst ins Minus und stabilisierte sich zum Mittag um den Vortagesschluss. Mit einer freundlichen Handelseröffnung an der Wall Street wurden auch in der Schweiz die Aktienkurse getrieben. Die Befürchtungen vor einem möglichen Brexit sind weiter etwas geringer geworden - auch wenn die Unsicherheit hoch bleibt.

Investoren würden die Möglichkeit eines Ausstiegs aus der EU am Donnerstag weiter „auspreisen“, obwohl die Umfragen nach wie vor auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern deuteten, heißt es am Markt. Umso größer sei indes das Rückschlagpotenzial, falls die Brexit-Unterstützer das Referendum für sich entscheiden sollten, so die Meinung. Ob die Investoren mit ihrer derzeitigen Markteinschätzung richtig liegen, entscheide sich dann spätestens am frühen Freitagmorgen, wenn aussagekräftige Abstimmungsresultate veröffentlicht werden. Die Volatilität bleibt so oder so hoch, was sich auch am Schwankungsindikator VSMI-Index (+6 Prozent auf 28,7 Punkte) ablesen lässt.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss mit +0,46 Prozent auf 7972,14 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewann 0,67 Prozent auf 1210,83 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,39 Prozent auf 8627,15 Zähler. Von den 30 Blue Chips schlossen 24 im Plus und sechs im Minus.

Deutliche Gewinne verzeichneten die Großbankentitel Credit Suisse (CS) (+2,2 Prozent) und UBS (+1,6 Prozent). Zu den größten Gewinnern zählten zudem Zurich (+2,0 Prozent), nachdem die US-Investmentbank Merrill Lynch die Anlageempfehlung auf „Buy“ erhöht hat. Der zuständige Experte der Bank vertraut nun stärker darauf, dass das Zurich-Management die Kehrtwende bei der Profitabilität schaffen wird. Zudem dürfte der Versicherungskonzern die Reserven adäquat sichern und so eine stabile Dividende ermöglichen, heißt es. Immerhin biete die Aktie eine potenzielle Dividendenrendite von 7,3 Prozent und gehöre damit zu drei führenden Unternehmen im Sektor.

Weiter profitierten Schindler (+0,6 Prozent) und Julius Bär (+1,4 Prozent) von Hochstufungen. Die Schindler-Papiere wurden von RBC auf „Sectorperform“ von zuvor „Underperform“ hochgestuft. Mit Blick auf die erwarteten Fortschritte bei der Marge herrsche nun mehr Gewissheit als noch vor einem Jahr, so die Begründung der Experten der kanadischen Bank. Julius Bär werden von Citigroup neu zum Kauf empfohlen. Die langfristigen Aussichten seien weiterhin intakt und es empfehle sich, in der Schwächephase zu kaufen, heißt es.

Auch Dufry +1,3 Prozent), SGS (je +1,3 Prozent), Swiss Re (+1,1 Prozent) oder Adecco (+1,1 Prozent) stiegen deutlicher.

Die zeitweise schwachen Schwergewichte hielten den SMI im frühen Handel zurück. Deutlich ins Plus gedrehte Novartis (Aktien +0,7 Prozent) gaben im späten Handel Rückenwind. Roche (+0,1 Prozent) und Nestlé (-0,2) verbesserten sich gegen Handelsende ebenfalls. Die defensiven Pharmatitel büßten auch im Jahresverlauf etwas mehr ein als der Leitindex.

Swatch (+0,1 Prozent) und insbesondere Richemont (+0,9 Prozent) konnten sich ebenfalls von anfänglichen erneuten Verlusten erholen. Die Luxusgütertitel hatten nach klar tieferen Uhrenexporten am Vortag deutlich abgegeben.

LafargeHolcim (Aktie +1,4 Prozent) wehrt sich gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Zementwerk in Syrien. Die französische Zeitung „Le Monde“ hat dem Konzern in einem Artikel vorgeworfen, „zweifelhafte Arrangements“ mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingegangen zu sein. Die Priorität der damaligen Lafarge sei die Sicherheit und der Schutz der Mitarbeitenden gewesen, betonte dagegen LafargeHolcim in einer Stellungnahme.

Swisscom (+0,1 Prozent) sieht sich mit einem gerichtlichen Nachspiel wegen des Verkaufs der Werbevermarkterin Publicitas an die deutsche Beteiligungsgesellschaft Aurelius 2014 konfrontiert. Vor dem Handelsgericht Zürich sind mehrere Klagen anhängig, wie ein Swisscom-Sprecher einen FuW-Artikel bestätigte.

Die größten Blue-Chip-Verlierer waren Syngenta (-0,9 Prozent), Aryzta und Givaudan (je -0,6 Prozent).

~ ISIN CH0009980894 ~ APA563 2016-06-22/18:26