Freizeit

Ein Logenplatz über dem Stausee

© privat

Vom Schlegeis-Stausee im hintersten Zillertal ging es diese Woche hinauf zum Friesenberghaus und zur Olpererhütte. Ein Wanderparadies inmitten der höchsten Berggipfel der Zillertaler Alpen.

Ginzling –Wirklich einladend zum Wandern war das Wetter in diesem Sommer bis dato ja nicht. Leider. Am vergangenen Wochenende aber nutzten wir die Gunst der Stunde und wurden im hinteren Zillertal fündig. Vom Schlegeis-Stausee führte unsere Tour hinauf zum Friesenberghaus und zur Olpererhütte. Und eigentlich hatten wir ja geplant, die beiden Hütten als Rundtour über einen Teil des Berliner Höhenweges zu besuchen. Falsch gedacht.

Denn auf der Verbindungsstrecke (schwarze Bergwege) zwischen den beiden Hütten gab’s noch ziemlich Schnee. So entschieden wir uns, vom Friesenberghaus wieder ins Tal abzusteigen und etwas weiter taleinwärts auf die zweite Hütte, zur Olpererhütte, aufzusteigen. Zwar ein kleiner Umweg, bei dem es an Motivation nicht scheitern darf, aber Sicherheit geht vor. In der Zwischenzeit dürfte der Schnee allerdings ein wenig weniger geworden sein.

Der erste Teil: Am Parkplatz direkt bei der Staumauer folgen wir den Wegweisern in Richtung Friesenberghaus. Wir queren eine Holzbrücke, die über einen tosenden Gebirgsbach führt. Weiter geht’s durch lichten Wald, bis wir die Baumgrenze erreichen.

Über sanftes Gelände bringt uns die Route vorbei an der Friesenbergalm nach oben. Der Weg ist nie wirklich steil und äußerst angenehm zum Wandern. Immer weiter, bis wir in der Mitte des Talkessels unser erstes Ziel vor Augen haben. Es bedarf fast der Augen eines Adlers, dass man das Friesenberghaus auf 2477 Metern erkennt, zumal der Hüttenaufbau von der rundum liegenden Umgebung nur schwer zu unterscheiden ist. Teil eins der Tour ist geschafft. Ein Cappuccino bei den Pächtern Susi Albertini und Florian Schranz aus dem Oberland, bevor es wieder abwärts geht. Zwar überlegen wir kurz, ob wir nicht vielleicht doch über den Berliner Höhenweg zur Olpererhütte (Gehzeit 2 Stunden) wandern sollen. Nein! So wie wir aufgestiegen sind, geht’s für uns die rund 700 Höhenmeter zurück zum Schlegeis-Stausee. Der Parkplatz ist mittlerweile voller Autos, fast alle mit deutschem Kennzeichen.

Entlang des rechten Seeufers spazieren wir in südwestlicher Richtung, bis wir auf die Abzweigung hinauf zur Olpererhütte stoßen. Der zweite Aufstieg kann beginnen: Weitere 600 Höhenmeter stehen uns bevor. Die sind zwar ein bisschen steiler als hinauf zum Friesenberghaus, aber keineswegs steil und schwierig. Ein wunderschöner Wanderweg hoch über dem türkisfarbenen Schleg­eis-Stausee mit Blick auf die höchsten und noch schneebe­deckten Gipfel der Zillertaler Alpen bringt uns nach oben.

Geschafft! Wir sind am Ziel der im Jahre 2007 neu erbauten Schutzhütte, die von Katharina und ihrem Sohn Manuel Daum geführt wird. Dass wir am Stammtisch inmitten einer Schar Einheimischer mit Logenblick auf die Zillertaler Alpen Platz nehmen dürfen, ist eine besondere Ehre für uns. Mit dem Zillertaler Dialekt sind wir bald vertraut.

Die gesamte Hüttenbelieferung der Schutzhütte erfolgt übrigens wie auch beim Friesenberghaus mittels Hubschrauber. Die Olpererhütte (2388 m) hat auch mehrere kleine Attraktionen zu bieten. Nur zwei Minuten oberhalb der Hütte befindet sich eine Hängebrücke, freilaufende Zwergziegen, die vor Kurzem Nachwuchs bekommen haben, sowie Hühner machen auch für Kinder den Ausflug auf über 2300 Meter zu einem unvergesslichen Abenteuer.

Gestärkt mit „Graukasnocken“ und einem Weizenbier, wie es sich für das Zillertal gehört, müssen wir wieder zurück ins Tal.

Wir steigen so ab, wie wir raufgekommen sind. Die Zeit drängt, denn dunkle Wolken türmen sich am Himmel. Als Alternative (bei schönem Wetter) besteht die Möglichkeit, von der Hütte aus den Schildern „Neumarkter Runde“ zu folgen, die ebenso, aber länger (zwei Stunden), zurück zum Auto führt. (flex)

Infos zur Tour

Ausgangspunkt: Ginzling, Schlegeis-Stausee. Mautgebühren: Pkw (12 Euro), Motorräder (8 Euro). Anreise mit Öffis: Christopherus Reisen ab Mayrhofen.

Tourendaten: Gehzeiten vom Stausee zum Friesenberghaus: ca. 2,5 Stunden (ca. 700 Hm.); zur Olpererhütte: ca. 1,5 bis 2 Std. (ca. 600 Hm.). Die Hüttenwanderung ist als Rundwanderung (derzeit teilweise noch Schnee auf schwarzen Bergwegen, festes Schuhwerk nötig) über den Berliner Höhenweg möglich. Gehzeit gesamte Runde etwa 5 bis 5,5 Std. Auch die Einzelzustiege zu den Hütten sind empfehlenswert (rote bzw. blaue Bergwege).

Infos: Es sind auch Staumauer-Führungen möglich; Infos: Bergrestaurant Schlegeis. Infos: www.verbund.com/tm/de

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Angela Dähling

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