American Football

Der Mann der leisen Töne verabschiedet sich

Raiders-Manager Peter Schwazer.
© Schellhorn

Wenn die Raiders-Footballer morgen (17.30 Uhr) auf die Vikings treffen, dann wird es für Manager Schwazer eines der letzten Heimspiele sein.

Von Daniel Suckert

Innsbruck –Sucht man aktuell das Gesicht der Swarco Raiders, dann fällt die Wahl wohl in 90 Prozent der Fälle auf Headcoach Shuan Fatah. Auf keinen Fall auf Manager Peter Schwazer. Und das ist auch gut so, behauptet der Manager mit breitem Lächeln. Denn der ehemalige O-Liner der Raiders hat sich stets bewusst im Hintergrund gehalten. Und das wird sich nun, am Ende seiner Manager-Tätigkeit, auch nicht mehr ändern. Morgen (17.30 Uhr, Tivoli) steht für ihn sein vorletztes Heimspiel an, Schwazer will sich beruflich verändern.

Vor fünf Saisonen übernahm der Innsbrucker das Amt beim jetzigen österreichischen Football-Meister. Eine Bürde, schließlich trat Schwazer in die Fußstapfen von „Mister Football-Tirol“ Daniel Dieplinger, der die Arbeit seines Nachfolgers sehr schätzt.

Der heute 36-Jährige meisterte die Aufgabe im Hintergrund, nicht aber mit jeder Menge Erfolge. „Als ich den Job übernommen habe, war gerade ein großer sportlicher Umbruch im Gange. Viele Alte hingen ihren Helm an den Nagel“, erinnert sich Schwazer. „Heute sind wir wieder Meister, begrüßen Tausende Zuschauer und für das Trainingszentrum läuft der Architektur-Bewerb an.“

Für seinen Abschied gibt es nur einen Grund: „Ich glaube, es benötigt von Zeit zu Zeit immer neue Impulse. Vielleicht sehe ich vieles schon mit dem Tunnelblick. Ein frischer Wind tut nach einigen Jahren immer gut.“ Seine beruflichen Wege werden ihn zum MCI führen – privat baut er mit seiner Lebensgefährtin ein Haus im Grünen.

Seiner Herzensangelegenheit, den Raiders, bleibt Schwazer aber weiter treu. Er wolle eine Position im Nachwuchsbereich bekleiden. Schwazer: „Ich möchte zurück zu den Wurzeln, dorthin, wo man Sachen von Grund auf noch entwickeln kann.“

Darum passt es auch ins Bild, wenn die schönste Erinnerung seiner Amtszeit ein Erlebnis mit dem Nachwuchs darstellt: „Vor zwei Jahren durfte ich das Finale der U11 zwischen den Raiders und den Vikings kommentieren. Da hatten einfach alle Spaß – Verlierer und Gewinner zusammen.“

Aber es gibt auch Situationen, die dem sanften Riesen die Zornesröte ins Gesicht getrieben haben: „Das Schlimmste ist für mich Neid, wenn der eine dem anderen nichts gönnt. Und das obwohl beide für das Tiroler Sportland aktiv sind.“

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