ORF-Wahl - Grasl kündigt Konzept mit „vielen Neuerungen“ an

Wien (APA) - ORF-Finanzdirektor Richard Grasl kündigt ein Bewerbungskonzept als ORF-Chef mit „vielen Neuerungen“ an. Ausschlaggebend dafür, ...

Wien (APA) - ORF-Finanzdirektor Richard Grasl kündigt ein Bewerbungskonzept als ORF-Chef mit „vielen Neuerungen“ an. Ausschlaggebend dafür, ins Rennen zu gehen, sei die Frage der Entscheidungsstruktur an der ORF-Spitze gewesen: Er wolle eine „kollektive“ Entscheidungsfindung, der Amtsinhaber Alexander Wrabetz „an der Alleingeschäftsführung festhalten“, so Grasl: Dies sei seine „Entscheidungsfrage“ gewesen.

„Da sind wir nicht zusammengekommen“, daher habe er „entschieden, mich zu bewerben“, erklärte Grasl im Gespräch mit Journalisten. Denn er selbst findet eine Alleingeschäftsführung nicht mehr zeitgemäß. „Es ist immer besser, wenn man wesentliche Entscheidungen in der Gruppe trifft.“ Auch die Struktur der Geschäftsführung will er „jedenfalls anders“ anlegen.

Überhaupt plant Grasl, ein „sehr umfangreiches Programm vorzulegen“. Und am 9. August will er sich bereits mit einem Team zur Wahl stellen, das sei in der Vergangenheit Usus geworden und auch sinnvoll.

Grasl, seit bald sieben Jahren Finanzdirektor an Wrabetz‘ Seite, hofft auf einen „positiven Wettbewerb, nicht gegen jemand“. Er wolle die „gute Zusammenarbeit“ mit dem amtierenden GD fortsetzen, versicherte er.

Stiftungsrat Erich Fenninger sieht - egal wie die Wahl ausgeht - mit Grasls Ankündigung eine gewisse Zäsur vollzogen: „Das Gesamtteam wird so nicht mehr weiterarbeiten“ in der nächsten Funktionsperiode, das sei mit heute klar. Dabei habe dieses Team „aus meiner Sicht nicht unerfolgreich“ agiert. Er selbst plädiert für Wrabetz - wenig überraschend als SPÖ-“Freundeskreis“-Leiter, möchte man meinen. Doch Fenninger weist parteipolitische Motive zurück, man müsse Wrabetz an seiner Leistung messen, und der ORF stehe im internationalen Vergleich gut da. Und auch aus der Redaktion sei zu hören, dass der General ihr den Rücken im „Schutz vor Instrumentalisierungen“ stärke, sieht er ein weiteres Argument pro Wrabetz.

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