Berliner linke Szene randalierte aus Protest gegen Polizeieinsatz
Berlin (APA/AFP) - Mit Angriffen auf Polizisten, Sachbeschädigungen und Brandstiftungen haben Mitglieder der linken Szene in Berlin gegen ei...
Berlin (APA/AFP) - Mit Angriffen auf Polizisten, Sachbeschädigungen und Brandstiftungen haben Mitglieder der linken Szene in Berlin gegen einen Polizeieinsatz in einem alternativen Wohnprojekt protestiert. In der Nacht zu Mittwoch rückte die Polizei zu zwölf Einsätzen in drei Bezirken aus, bei denen zwei Polizisten verletzt wurden. Zwei Männer im Alter von 23 und 30 Jahren wurden zwischenzeitlich festgenommen.
Am Dienstag hatte die Polizei Servicepersonal und Handwerker bei Arbeiten in dem besetzten Wohnhaus im Stadtteil Friedrichshain beschützt. Dabei kam es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Hausbesetzern sowie deren Unterstützern. Offenbar als Reaktion auf diesen Einsatz kam es in der Nacht zur Randale. In Kreuzberg lieferten sich Einsatzkräfte am Abend Rangeleien mit teils mit Holzstangen Bewaffneten, die überwiegend vermummt waren.
Vermummte bewarfen auch Polizeiautos mit Steinen. Etwa 30 Menschen sollen gegen Mitternacht Mülltonnen auf eine Straße geschoben und angezündet haben. Anschließend sei ein Behördengebäude mit Steinen und Farbbeuteln beworfen worden. Ferner wurden drei Bankfilialen beschädigt und teilweise beschmiert. Einer der Slogans bezog sich auf das seit Jahren umstrittene Wohnprojekt mit dem Spruch „R94 bleibt“.
Auch das Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Klaus Mindrup (SPD) wurde beschädigt. Zudem brannten an vier unterschiedlichen Orten insgesamt acht Autos, überwiegend Modelle deutscher Premiummarken. Auch Motorroller, Bushaltestellen und Reklameschilder wurden beschädigt. Der Staatsschutz leitete Ermittlungen ein.