Gesundheit

Cliniclowns tun Erwachsenen gut

Und dann fliegt auch noch der Slip: Julie wird als „Sexy Schülie“ von Herta angefeuert.
© Thomas Boehm / TT

Eine Studie in Bad Häring untersuchte, wie Clowns das Leben von Patienten verbessern.

Innsbruck – Clowndoctors bringen nicht nur kranke Kinder zum Lachen. Sie verbessern auch das Leben von erwachsenen Patienten in Reha-Einrichtungen.

2013 hat die Schweizer Psychologin Sarah Auerbach (Universität Zürich) gemeinsam mit den Rote Nasen Clowndoctors eine Studie im Rehabilitationszentrum Bad Häring durchgeführt. Vor Kurzem veröffentlichten sie die Ergebnisse in der US-Fachzeitschrift Translational Issues in Psychological Science.

42 Patienten – 81 Prozent davon Männer – im Durchschnittsalter von 45 Jahren trafen in Zweiergruppen für fünf bis acht Minuten auf ein Clown-Duo. Bei der „humoristischen“ Intervention wurde von den Clowns einer der beiden Patienten direkt angesprochen, der andere war eher Zuseher. Dazu in Vergleich gesetzt wurde ein ähnliches Zusammentreffen mit Krankenschwester. Diese suchte das Gespräche, fragte nach dem Befinden und anderen Faktoren. Die Interventionen wurden gefilmt und die Mimik der Betreuten analysiert. Außerdem mussten die Patienten einen Fragebogen ausfüllen.

„Überraschend war für mich, dass wir bei Erwachsenen einen starken Effekt der Clowndoctors-Einsätze beobachten konnten“, sagte die Psychologin. So war der Faktor der Erheiterung durch einen Clown-Besuch eindeutig stärker als durch den Besuch einer Krankenschwester. Die Interventionen erzeugten jedenfalls keine negativen Gefühle und „es gab keine Unterschiede in der Wirkung auf den ‚Teilnehmer‘ und den ‚Beobachter‘.“

Um herauszufinden, wie oft Cliniclown-Besuche für Langzeit-Patienten notwendig wären, sei wichtig herauszufinden, wie lange die positive Wirkung anhält. Zumindest bei den geriatrischen Einrichtungen und Pflegeheimen deutet einiges darauf hin, dass sich Hochbetagte lange – und langfristig amüsiert – an den Besuch der Künstler erinnern. (APA)