Brexit - DIW-Chef erwartet starkes Signal der Notenbanken

Berlin (APA/Reuters) - Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, rechnet nach dem Brexit-Votum mit...

Berlin (APA/Reuters) - Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, rechnet nach dem Brexit-Votum mit einem raschen Eingreifen der Zentralbanken. „Es ist von fundamentaler Bedeutung, dass sie beruhigen und Vertrauen schaffen“, sagte der frühere Abteilungsleiter bei der Europäischen Zentralbank (EZB) der Nachrichtenagentur Reuters am Freitagmorgen.

Er erwarte ein starkes Signal der führenden Notenbanken, um die Panik an den Finanzmärkten zu lindern. Er befürchte kurzfristig große Verwerfungen an den Finanzmärkten und mittelfristig eine deutliche Abkühlung der Weltwirtschaft. Auch ein erneutes Aufflammen der Finanzkrise durch Verwerfungen im Bankensektor sei wahrscheinlich, warnte der Ökonom.

Die Abwertung des Euro und die Börsenturbulenzen zeigten, dass Europa nach Großbritannien der größte Leidtragende des Referendums sei. „Der Brexit ist eine Katastrophe für Europa“, fügte Fratzscher hinzu. Das DIW Berlin erwartet in seiner neuesten Prognose ein um 0,5 Prozentpunkte schwächeres Wachstum für Deutschland im Jahr 2017, allein durch den Rückgang deutscher Exporte nach Großbritannien.