Visite in Gehirn, Herz und Lunge
16.000 Patienten betreute das Reha-Zentrum Münster in fünf Jahren, mehr als 12.000 Patienten kamen aus Tirol. Ein zusätzliches Bettenangebot und eine Bahnhaltestelle Münster stehen im Wunschkatalog.
Von Walter Zwicknagl
Münster –Vor fünf Jahren öffnete das Reha-Zentrum Münster seine Tore. In der Zwischenzeit konnten 16.000 Patienten betreut werden. „Dabei haben wir eine Warteliste von 1000 Patienten“, betont Primarius Christian Brenneis als ärztlicher Leiter.
Gestern hatten bereits 250 Kindergartler und Volksschüler die Gelegenheit, sich im Reha-Zentrum umzusehen. Besonders imponierten den Kindern dabei ein überdimensionales Herz, eine Lunge und ein Gehirn. Dabei wurden die Kleinen vom Neurologen Christian Brenneis, dem Kardiologen Hannes Alber und dem Pulmologen Peter Heininger mit kindgemäßem Wissen versorgt. Und das Staunen war groß, als sie die Organe begehen konnten und auch Geräusche vernehmbar waren. Die Organe, die ein Gewicht von je 600 Kilogramm haben, wurden aus Hamburg angeliefert und werden schon am Samstag nach Mailand transportiert.
„70 Klassen zwischen Wängle und Going haben sich an einem Gewinnspiel beteiligt. Mit kleinen Projekten stehen die Volksschulen Kolsassberg und Wörgl als Sieger fest“, freut sich Verwaltungsdirektor Christian Elzinger.
Während für die Neurologie derzeit 110 Betten zur Verfügung stehen, sind es in der Kardiologie 75 Betten. In der Pulmologie stehen derzeit 55 Betten bereit, in der Onkologie sind es 20. Eine Aufstockung auf 300 Betten ist schon seit längerer Zeit das Ziel. Ein Vertrag mit der Pensionsversicherungsanstalt sei im Verhandlungsstadium, heißt es dazu. Dass Münster eine Bahnhaltestelle bekommt, ist nach wie vor ein großes Anliegen von BM Werner Entner. „Jetzt brauchen wir entsprechende Signale vom Land, nachdem die Bundesbahn durchaus Bereitschaft dafür zeigt. Für uns ist das ein zentrales Thema“, sagte er gestern bei einer Visite im Reha-Zentrum. Apropos Visite: Eine solche gab es am Freitag auch durch LH Günther Platter, der einen Scheck in der Höhe von 10.000 Euro entgegennehmen konnte. Das Geld ist für „Netzwerk Tirol hilft“ bestimmt. Wenn heute zum Tag der offenen Tür eingeladen wird, besteht die Möglichkeit einen neuen Therapiegarten, der mit einem Aufwand von 200.000 Euro errichtet wurde, zu begehen.
Ab 11.30 Uhr ist das Reha-Zentrum zur Besichtigung geöffnet. Einsatz- und Rettungsfahrzeuge kann man dabei hautnah erleben, auch ein großes Aktiv-Therapieprogramm und Führungen sind im Angebot. Die Kinderbetreuung übernehmen der TT-Club, die Kinderfreunde und die Tiroler Versicherung. Schon um elf Uhr kommt es zu einer Podiumsdiskussion über die Bedeutung der stationären Rehabilitation, an der auch Julian Hadschieff als geschäftsführender Gesellschafter von Humanocare teilnimmt. Auch Stefan Günther als Geschäftsführer von Hospitals kommt zum ersten Tag der offenen Tür.
„Wir sorgen für Speisen aus der hauseigenen Küche. Jedenfalls sind wir für einen Ansturm gut gerüstet“, betont Elzinger.