Europas Börsen rauschen nach Brexit in die Tiefe, Euro-Stoxx-50 -8,3%

Frankfurt am Main (APA) - Das „Ja“ der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat die Anleger an Europas Börsen am Freitag schw...

Frankfurt am Main (APA) - Das „Ja“ der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat die Anleger an Europas Börsen am Freitag schwer geschockt. Durch die Bank gab es massive Kurseinbrüche zu verzeichnen, die Investoren flüchteten in sichere Häfen wie Gold und deutsche Anleihen.

Nach einem anfänglichen Schock scheinen die Börsen aber am Vormittag einen ersten Boden gefunden zu haben. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 ging am Vormittag mit minus 8,25 Prozent auf 2.787,12 Punkte auf Talfahrt, während sich das Minus beim britischen FTSE-100 mit minus 4,81 Prozent noch vergleichsweise in Grenzen hielt. Der deutsche Leitindex war kurz nach seinem Start um rund 10 Prozent abgestürzt, stand aber zuletzt wieder etwas besser da bei minus 6,93 Prozent auf 9.545,97 Punkte.

Bereits an den asiatischen Börsen brachen die Kurse nach den ersten Ergebnissen des Brexit-Referendums ein. Der japanische Nikkei-225 stürzte um satte 7,92 Prozent auf 14.952,02 Punkte und damit um über 1.000 Einheiten ab. Dass die Abstimmung zugunsten der Brexit-Befürworter ausgegangen ist, traf die Märkte zum Wochenschluss völlig unvorbereitet. In den vergangenen Handelstagen wurde an den Märkten noch auf einen Verbleib der Briten in der Union gebaut, nachdem einige Umfragen die EU-Befürworter in Führung gezeigt hatten.

Fünf Handelstage in Folge schlossen Europas wichtigste Aktienmärkte im Plus. „Alle sind falsch positioniert“, sagte ein Börsianer am frühen Morgen. „Keiner hat damit gerechnet, dass die Briten wirklich austreten. Jetzt gibt es immensen Absicherungsbedarf.“

Auf Talfahrt gingen neben den Europäischen Leitbörsen auch der Euro und die Ölpreise. Für die Gemeinschaftswährung ging es im Frühhandel um knapp drei Prozent auf rund 1,1050 US-Dollar nach unten, zuletzt zeigte sich der Euro aber wieder rund einen Cent höher bei 1,1150 Dollar. Das britische Pfund brach dagegen massiv auf 1,3629 US-Dollar ein und zeigte sich damit so tief wie seit 31 Jahren nicht mehr.

Der Kurs für die Nordsee-Ölsorte Brent knickte zum europäischen Handelsstart um rund 5 Prozent auf 48,30 Dollar ein, der US-Ölpreis WTI ging in gleichem Ausmaß zurück und notiert bei rund 47,5 Dollar. Dagegen sprang Gold in der Früh um 4,4 Prozent auf über 1.300 Dollar nach oben.

Der Brexit-Schock zog sich zum Wochenschluss quer durch alle Branchen. Besonders hart traf es Bank- und Versicherungswerte. Große Banktitel wie Intesa Sanpaolo (minus 19,09 Prozent), UniCredit (minus 17,55 Prozent) und Deutsche Bank (minus 12,95 Prozent) stürzten im zweistelligen Prozentbereich ab. Massiv unter die Räder kamen zudem britische Finanzwerte. So lagen Royal Bank of Scotland an der Londoner Börse rund 17,80 Prozent im Minus, Papiere von Lloyds büßten 20,03 Prozent ein.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA246 2016-06-24/11:01