Brexit - Slowakischer Premier: Keine Tragödie, sondern Realität

Bratislava (APA) - Die Entscheidung der britischen Wähler für den Austritt aus der Europäischen Union ist laut dem slowakischen Premier Robe...

Bratislava (APA) - Die Entscheidung der britischen Wähler für den Austritt aus der Europäischen Union ist laut dem slowakischen Premier Robert Fico „keine Tragödie, sondern eine Realität“. Darauf müssten die verbleibenden 27 EU-Mitglieder aber schnell reagieren, erklärte Fico am Freitag in einer ersten Reaktion auf die Brexit-Entscheidung. Die Slowakei wird am 1. Juli erstmals den EU-Ratsvorsitz übernehmen.

„Ich würde es für einen großen Fehler halten, wenn die Reaktion der verbleibenden 27 Länder so sein würde, wie die bisherige Politik der EU“, warnte Fico. Ein gewaltiger Teil der EU-Bürger lehne die Flüchtlingspolitik der Union ab und es gebe große Unzufriedenheit mit der EU-Wirtschaftspolitik, betonte er. „Daher liegt es nun bei uns, den 27 verbleibenden Mitgliedern, ob wir genügend Kraft haben werden zu sagen, dass die grundsätzliche Politik der EU eine grundsätzliche Änderung braucht“, so Fico. Die EU müsse einen wesentlich attraktiveren Zugang zu Themen anbieten, die von den Bürgern heute als außerordentlich negativ wahrgenommen werden.

Zugleich warnte der Premier, das britische Referendum könnte auch weitere Versuche, eine Abstimmung abzuhalten, in anderen EU-Ländern nach sich ziehen. Die Entscheidung der Briten werde unausweichlich praktische Konsequenzen. Da diese nach dem 1. Juli 2016 schlagend werden, werde bei den anstehenden Verhandlungen ein enormes Maß an Verantwortung bei der slowakischen Regierung liegen, so Fico.