Landespolitik

Tiroler FPÖ hat Schwaiger voll rehabilitiert

© Thomas Böhm / TT

Innsbruck – Als „zentral rechts im Rahmen des Erlaubten, aber nicht immer bedacht“, bezeichnete gestern der freiheitliche Bezirksparteiobman...

Innsbruck –Als „zentral rechts im Rahmen des Erlaubten, aber nicht immer bedacht“, bezeichnete gestern der freiheitliche Bezirksparteiobmann von Innsbruck-Land, NR Peter Wurm, die vor einem Jahr aus dem Landtag zurückgetretene Hildegard Schwaiger. Ihr Abschied erfolgte nicht ganz freiwillig. Umstrittene Äußerungen zu Asylwerbern im sozialen Medium Facebook lösten nämlich einen heftigen Wirbel aus. Nicht zum ersten Mal.

Dass Schwaiger in der Facebook-Gruppe „Wir für Werner Königshofer“ die schützende Hand über den von der FPÖ ausgeschlossenen Rechtsausleger und Ex-Nationalrat hielt, sorgte bereits 2013 für Debatten. Da passte es ins Bild, dass sie 2014 FP-NR Christian Höbart verteidigte, der Asylwerber als „Erd- und Höhlenmenschen“ tituliert hatte. Doch als Betreiberin der Gruppe „Asylflut stoppen – auch in Tirol“ hat sie im Vorjahr den Bogen endgültig überspannt. Selbst Tirols FPÖ-Obmann Markus Abwerzger war intern entsetzt. Daraufhin trat Schwaiger zurück: aus gesundheitlichen und privaten Gründen.

U. a. wurden Asylwerber als „Drecksgesindel“ bzw. „freche Schmarotzer“ beschimpft. „Aber nicht von mir, das hat jetzt auch die Staatsanwaltschaft festgestellt“, erklärte Schwaiger am Freitag. „Und hat die Anzeige des grünen Klubchefs Gebi Mair zurückgelegt“, ergänzte Wurm und kritisierte die öffentliche Vorverurteilung seiner Parteikollegin. Er verweist darauf, dass die Bezirkspartei ihr bereits im Vorjahr das Vertrauen ausgesprochen habe. „Weil sich Hildegard nichts vorzuwerfen und immer eine gute Arbeit gemacht hat.“

Die von der FP-Spitze so gelobte Schwaiger sieht auch ein Jahr später kein politisches Fehlverhalten. „Ich weiß, dass es manchen nicht gefällt, was ich poste.“ Aber sie, so Schwaiger, habe mit der Sache abgeschlossen. Mehr will sie dazu auch nicht sagen, „weil ich mit den Medien nichts mehr zu tun haben möchte“.

Die FP-Bezirksgruppen werden übrigens bis Jahresende die Kandidaten für Landtags- und Nationalratswahlen 2018 fixieren. (pn)