Lebensmittelhandel

Loacker setzt auf junge Märkte

Fast drei Viertel der Waffel- und Schokoladeprodukte von Loacker werden exportiert. Afrika ist ein Zukunftsmarkt.
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Loacker AG will in Asien und Afrika stärker werden. Gestern eröffnete sie das neue Werk in Osttirol, das 70 Jobs bietet.

Von Catharina Oblasser

Heinfels – Emerging Markets, das sind junge Märkte abseits der hochindustrialisierten Staaten, die aber in Zukunft gute Absatzchancen bieten. Die Südtiroler Loacker AG strebt mit ihren hochwertigen Waffeln und der Schokolade in diese Märkte, etwa in Nordafrika, Asien oder Ozeanien. Das erklärt Ulrich Zuenelli, Präsident des Verwaltungsrates und Vertriebschef: „Wir wollen die Internationalisierung vorantreiben.“

Schon jetzt exportiert das Unternehmen mit Hauptsitz in Unterinn (Südtirol) und einem Produktionsstandort in Heinfels (Osttirol) 73 Prozent der über 35.000 Tonnen an Waffel- und Schokoladeprodukten in 100 verschiedene Länder. Der Mittlere Osten mit Saudi-Arabien, Israel und die Vereinigten Arabischen Emiraten zählen zu den wichtigsten Absatzmärkten der Firma.

Anders als bei anderen Herstellern werden die Loacker-Produkte zwar bei der Verpackung an die jeweiligen Abnehmerländer angepasst, nicht jedoch beim Inhalt. Das Produkt ist überall gleich. „Wir sind eine Premium-Marke“, sagt der Loacker-Chef. „Es kann sein, dass unser Produkt auf einem ,Emerging Market‘ vielleicht fünfmal so teuer ist wie eines der Konkurrenz. Doch wir setzen darauf, gut zu sein, nicht billig.“ In diesem Zusammenhang nennt Zuenelli auch die Diversifikation als Ziel – also, sich von Mitbewerbern deutlich abzuheben.

Das Ausscheiden Großbritanniens, den Brexit, bedauert er. Die Insel ist der drittwichtigste Markt innerhalb der EU. „Wir können die Auswirkungen für uns noch nicht abschätzen, aber leichter wird es sicher nicht“, schätzt Zuenelli.

In Osttirol ist die Loacker AG schon seit 1997 tätig. Damals wurde in Heinfels ein Werk eröffnet, dem nun eine zusätzliche Halle hinzugefügt wurde. Zur feierlichen Eröffnung kamen auch Landeshauptmann Günther Platter und Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf.

Auf 16.000 Quadratmetern und drei Etagen sind vorerst zwei Backöfen in Betrieb. Die teilweise noch halbleeren Räume sollen bis Jahresende mit zwei weiteren Produktionslinien gefüllt werden. „Zurzeit arbeiten etwa 35 Mitarbeiter in der neuen Halle, Ende 2016 sollen es 70 sein“, informiert der Heinfelser Werksleiter Frank Hess. Weitere könnten in Zukunft hinzukommen. Damit bietet der gesamte Osttiroler Standort deutlich mehr als 300 Personen Arbeit. Gearbeitet wird von Montag bis Freitag im Dreischichtbetrieb. Die gesamte Loacker-Gruppe beschäftigt über 820 Personen. Der Gesamtumsatz betrug im vergangenen Jahr 313,71 Millionen Euro, im Jahr davor waren es 275,8 Millionen Euro gewesen.

Der Ausbau in Heinfels war nicht von vornherein fix. Andere Standorte im Dollar-Raum waren im Gespräch. Doch letztlich entschied sich die Geschäftsführung für Osttirol, schildert Frank Hess. Die Berechenbarkeit der administrativen Abläufe, sowie das Vorhandensein von genug Wasser und dem entsprechenden Klima seien Gründe dafür gewesen.

Loacker investierte 70 Millionen Euro in den Ausbau. Weitere 25 Millionen sollen 2017 in den Standort Heinfels fließen.

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Catharina Oblasser

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