Russlands Sportminister bei Olympia-Ausschluss zum Rücktritt bereit

Moskau (APA/dpa) - Russlands Sportminister Witali Mutko ist bei einem Komplett-Ausschluss der russischen Mannschaft von den Olympischen Spie...

Moskau (APA/dpa) - Russlands Sportminister Witali Mutko ist bei einem Komplett-Ausschluss der russischen Mannschaft von den Olympischen Spielen in Rio zum Rücktritt bereit. „Die Suspendierung des ganzen Teams wäre ein gewaltiger Misserfolg, für den ich die Verantwortung übernehmen würde“, sagte er am Samstag in Moskau.

Mutko kündigte an, dass in Kürze bis zu 67 russische Leichtathleten einen Olympia-Start beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) beantragen würden. „Sie haben das Recht dazu“, sagte der Minister. Die Sportler seien sauber. Die Zahl gilt jedoch als illusorisch, hatte die IAAF doch verlangt, dass sich möglicherweise betreffende Athleten außerhalb des russischen Systems und unter einem ausländischen Kontrollsystem bewegt haben müssen.

Der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) hatte die russischen Leichtathleten am 17. Juni angesichts flächendeckenden Dopings von Olympia ausgeschlossen. Kurz darauf entschied das IOC, nachweislich saubere Sportler starten lassen. Ein kompletter Ausschluss ist aber auch noch nicht vom Tisch.

Mutko amtiert seit 2008 und gilt als Vertrauter von Staatschef Wladimir Putin. Zuletzt hatte es an Mutko, der auch Präsident des russischen Fußballverbands RFS ist, wegen des frühen EM-Ausscheidens der Fußball-Nationalmannschaft sowie der Randale russischer Hooligans in Frankreich Kritik gegeben. „Ich schließe nicht aus, die Verantwortung zu übergeben, falls sich bei der RFS-Verbandstagung im September ein geeigneter Nachfolger findet“, sagte er dem TV-Sender Match.