Brexit - EU kommt Cameron entgegen: Kein sofortiger Antrag
Brüssel (APA/dpa/AFP) - Nach dem Nein der Briten zu Europa sind die übrigen 27 EU-Länder bemüht, Druck vom scheidenden britischen Premier Da...
Brüssel (APA/dpa/AFP) - Nach dem Nein der Briten zu Europa sind die übrigen 27 EU-Länder bemüht, Druck vom scheidenden britischen Premier David Cameron zu nehmen. Es gebe in den Hauptstädten Verständnis dafür, dass Cameron beim EU-Gipfel am Dienstag nicht das Austrittsverfahren förmlich auslösen werde, sagte ein EU-Diplomat am Sonntag in Brüssel.
Man erwarte, dass Cameron den „Ausgang des Referendums darlegt sowie die Lage im Vereinigten Königreich“. „Es gibt eine sehr bedeutende politische Krise im Vereinigten Königreich“, sagte der Diplomat, der namentlich nicht genannt werden wollte. Die EU-Länder „erwarten nicht, dass Cameron in diesem Stadium Artikel 50 auslöst“, fügte er hinzu. Das Austrittsverfahren solle aber „so wie schnell wie möglich“ beginnen. Das Europaparlament fordert, schon beim Gipfel den Brexit anzuschieben.
Zuvor hatten sich 27 Topdiplomaten aus allen Mitgliedsländern ohne Großbritannien getroffen, um Linien für den Gipfel abzustimmen. Auch am zweiten Gipfeltag, dem Mittwoch, werden sich die EU-Staaten ohne Großbritannien treffen. Sie wollten deutlich machen, dass sie entschlossen sind, im Kreise der 27 weiterzumachen, sagte der Diplomat.
Laut Artikel 50 des EU-Vertrags von Lissabon muss die britische Regierung nach dem Brexit-Votum der EU die Austrittsabsicht erst offiziell mitteilen, bevor die Trennung eingeleitet werden kann.