Zu Tod von Manfred Deix - „Unverhohlen und gnadenlos“

Wien (APA) - „Mit Manfred Deix hat einer der großen Karikaturisten für immer den Zeichenstift abgegeben. Unverhohlen und gnadenlos hat er ei...

Wien (APA) - „Mit Manfred Deix hat einer der großen Karikaturisten für immer den Zeichenstift abgegeben. Unverhohlen und gnadenlos hat er eine verkrampfte Generation begleitet und entlarvt, die sich zunächst mit Klagen zur Wehr setzen wollte“, meinte Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen, am Montag zum Ableben des bekannten Zeichners.

„Noch 2009 versuchten Diakone gerichtlich überprüfen zu lassen, ob Deix-Karikaturen ‚in unserem pluralen Staat in Ordnung‘ wären. Klüger war es, den Weg der Immunisierung durch Solidarität mit der Kritik zu wählen, in der Hoffnung, dann nicht mehr selbst gemeint zu sein“, so Zinggl in einer Aussendung. „Wie keinem anderen Zeichner ist es Manfred Deix gelungen, die menschlichen Schwächen über Körper und den verlogenen Umgang mit Sexualität, Politik und Religion auszudrücken. Manfred Deix ist nicht aus unserem Leben verschwunden. Auch nach seinem Tod begegnen wir ihm täglich und sehen ihn im Spiegel.“

Der Radiosender Ö1 hat sein Programm in memoriam Manfred Deix geändert und wiederholt heute, Montag, um 16.00 Uhr ein „Im Gespräch“, das Günter Kaindlstorfer im Jahr 2015 mit dem Karikaturisten, Grafiker und Cartoonisten führte. „Ich bin ein Sucht- und Triebzeichner. Das Zeichnen ist für mich ein Überlebensmittel, wie für einen Sexualverbrecher der Sex.“ Andererseits bekannte er im Gespräch: „Ich bin doch längst kein Zumpferlzeichner mehr. In meinen Zeichnungen kommen fast keine Spatzis mehr vor, das hat auch damit zu tun, dass die Leute mit sexuellen Themen überfüttert sind.“

~ WEB http://orf.at ~ APA248 2016-06-27/12:54


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