Berwangs Jugend hat die Wahl: Wut- oder Mutbürger

In feierlichem Rahmen ließ die Gemeinde Berwang 14 Jungbürger hochleben. BM Dietmar Berktold mahnte Gemeinschaftssinn ein.

© Gemeinde Berwang

Von Helmut Mittermayr

Berwang –Auf 1342 Metern Seehöhe trug sich kürzlich ein glänzender Galaabend zu. Junge Damen und Herre­n waren von der Gemeinde Berwang ins Sporthotel Singer geladen worden, um die Jungbürgerschaft zu feiern. Bürgermeister Dietmar Berk­tol­d, der gesamte Gemeinderat und Pfarrer Tomasz Kukulka ließen die 14 „Berger“ der Jahrgänge 1994 bis 1997 hochleben. Während der Feie­r wurde viel über Grund­sätzliches zum Gemeinwesen philosophiert.

Dorfchef Dietmar Berktold verwies auf „Werte wie Toleranz, Gemeinschaftssinn, Heima­t geben und Heimat sein, die Würde des einzelnen Menschen zu respektieren. Und dass dies nie an Gültigkeit verliert, dass die Verantwortung für das eigene Handeln und Gestalten der eigenen Zukunft genauso zum Erwachsensein gehört, wie die Verpflichtung gegenüber anderen Mitmenschen.“ Sie müssten sich die Frage stellen, wo ihre Heimat lieg­e. „Seid ihr in erster Linie Berwanger, Tirole­r, Öster­reicher oder schon Europäer? Gehört ihr zu den Wut- oder Mutbürgern?“, stellte Berktold in den Raum.

Nach seiner Rede übergab er das Wort an eine junge Berwangerin, die selbst schon dem Jungbürgeralter entwachsen war. Unter Jasmin Mohrs Fittichen – sie ist seit vielen Jahren im Skiclub der Gemeinde aktiv – hatten ab dem Kindergartenalter praktisch alle Jungbürger schon einmal gestanden. Zum Begriff „Werte“ meinte Mohr: „Ein Wort, das im aktuellen Geschehen leider viel zu oft und viel zu salopp verwendet wird. Ranghohe Vertreter unseres Landes klammern sich an diesen Begriff, um Verunsicherung in Bezug auf Fremdes zu rechtfertigen. Doch der Begriff ,Werte‘ assoziiert rein Positives, schließlich sind es als moralisch gut betrachtete Qualitäten, die von einer Gemeinschaft erstrebenswert gesehen werden.“ Was aber sei erstrebenswert? In der Philosophi­e gelte das als erstrebenswert, was das Wohl aller Beteiligten anstrebe. Es gehe nicht um das größt­e Glück, nicht um die permanente Zufriedenheit und schon gar nicht um den größten Besitz. „Erstrebenswert ist das Wohl.“ Deshalb gelte bei allem Handeln die Prämisse: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Bildet euch eure Meinung auf der Basis von wohl reflektierten Argumenten, nicht von unüberlegten Reaktionen und unkontrollierten Emotionen.“

Vor dem Festmahl übergabe­n Berktold und Vize Stefan Falger noch gemeinsam das Heimatbuch aus Berwang an die Jungbürger.

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