Fischerfeld: Stadtchefin will das Kriegsbeil begraben

Wörgler Stadtpark soll an anderer Stelle des Fischerareals entstehen. Tauwetter ermöglicht Gespräche über Neubau der Musikschule.

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Von Wolfgang Otter

Wörgl –Mit einem Vertrag soll der noch immer schwelende Rechtsstreit um das Servitut auf dem Wörgler Fischerfeld beendet werden. Wie bekannt, hat der gemeinnützige Verein „Wirtschaftshilfe für Studenten (WIST) Innsbruck“ als neuer Besitzer das Servitut für einen 3000 Quadratmeter großen Park angezweifelt. Die Stadt hatte die Vereinbarung für die Fläche mit der ehemaligen Fischerstiftung getroffen, die hier ein Seniorenheim errichten wollte. Der Plan zerschlug sich jedoch. Die angestrebte Zusammenarbeit zwischen WIST und Stadt für soziale Einrichtungen ging zudem derartig schief, dass das Ganze in einer Feststellungsklage über das Servitut mündete. Die WIST hat mittlerweile mit der Alpenländischen Heimstätte verhandelt und sich auf eine Absichtserklärung für eine Verbauung geeinigt. 2000 Quadratmeter behält sich der Verein für eigene Projekte vor.

Am Donnerstagabend soll nun der Gemeinderat den Rechtsstreit bereinigen, Voraussetzung dafür ist die Zustimmung zu einem Vertrag, laut dem die Stadt 50 Jahre lang das Bestandsrecht für 3000 Quadratmeter (den Park) eingeräumt bekommt. Hinsichtlich der Lage dieser Fläche findet sich aber in der Vereinbarung nichts. Außerdem räumt die Stadt den Bauträgern die Möglichkeit ein, eine Verbauungsdichte von 3,4 Baumassendichte oder 34.000 Kubikmeter Kubatur zu realisieren und garantiert eine Widmung auf gemischtes Wohngebiet. Andererseits erteilt die Stadt nur einem Projekt mit dem Stadtpark die baurechtliche Genehmigung. Soweit die Bedingungen, die sich im Vertrag finden.

Die Vereinbarung, falls der Punkt nicht auf Drängen der bürgerlichen Listen verschoben wird, dürfte am Donnerstagabend bei der Gemeinderatssitzung die Zustimmung bekommen. Dies zeigte die Stimmung innerhalb der Fraktionen. Die Volkspartei und die Jungen Wörgler sehen jedoch ein Problem mit der noch nicht bekannten Situierung des Parks. Den vier Mandataren wäre es daher lieber, wenn bis zum Vorliegen eines Projektes die Abstimmung über den Vertrag verschoben würde. Laut Wörgls Bürgermeisterin Hedi Wechner (Liste Wechner) gibt es bereits eine Art Skizze, in der der Park „an prominenter Stelle platziert“ sei. Derzeit ist der Park in die Ecke des rund 10.000 Quadratmeter großen Areals im Zentrum der Stadt gedrängt. Ein Umstand, der sich aus der Planung des einstmals auf dem Areal vorgesehenen Seniorenheims ergibt. Ob die Freiheitlichen, die eine breite Zusammenarbeit mit Wechner vereinbart haben, auch in dieser Frage mitziehen, blieb gestern noch offen. Für GR Andreas Taxacher (Team Wörgl) wird die Widmungsfrage interessant, da der Park seiner Ansicht nach eine andere Ausweisung benötige.

Ein ganz klares Nein kommt aus der grünen Ecke, GR Richard Götz meinte gegenüber der TT, dass man mit dem Baurecht auf 50 Jahre gegenüber dem bisherigen Servitut das Grundstück verschenke. Laut BM Wechner entspreche dieser Zeitraum jedoch den Bedingungen für gemeinnützige Wohnbauträger.

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Das Tauwetter zwischen Wörgl und der WIST bringt auch eine neue Variante ins Spiel. Nämlich die Errichtung einer neuen Landesmusikschule am Areal. BM Wechner bestätigt diesbezüglich eine von ihr gestellte Anfrage, die auf ein positives Echo gestoßen sei. Aber Konkretes gebe es noch nichts.


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