So kreativ sind Tirols Modeschüler

Alt und Jung, Klein und Groß, Dick und Dünn: Scheinbare Gegensätze werden in der Mode eins. Das stellten die Schüler der Modeferrari Innsbruck bei ihrer dritten Modeschau im Volkskunstmuseum unter Beweis.

Schüler der Modeferrari Innsbruck präsentierten bei einer Modeschau ihr Werk.
© Andreas Rottensteiner / TT

Von Theresa Mair

Innsbruck – Dienstagnachmittag im Kreuzgang des Innsbrucker Volkskunstmuseums: Es geht zu wie in einem Taubenschlag. Freudig aufgeregt, professionell geschminkt und mit futuristischen Frisuren gestylt wuseln viele junge Leute umher. Gabriele Skach, Modefachvorständin an der Modeferrari Innsbruck hat ihr Jahresziel wieder einmal erreicht.

Um die 500 Gäste konnten sich dann am Abend ein Bild davon machen. Denn alle – knapp 170 – Schüler der einzigen Modeschule Westösterreichs präsentierten bei einer Modeschau ihr Werk. „Die Schüler waren super – ganz ruhig und souverän. Es ist mein Ziel, die Schüler wettbewerbsfähig zu entlassen, sodass sie in der Wirtschaft bestehen können. Dazu gehören insbesondere Fachkompetenz und Selbstbewusstsein“, sagt Skach. Es war die dritte Modeschau im Museum, welche die Lehrerin mit der Unterstützung von Sponsoren – allen voran Swarovski und Textil Getzner aus Bludenz – organisiert hat. Das heurige Thema „Verbindungen und Veränderungen“ wurde passend zur gerade laufenden Ausstellung „Alles fremd – alles Tirol“ konzipiert. „Mode kannst du nur machen, wenn du informiert bist“, ist Skach überzeugt. Von der Recherche zu Persönlichkeiten und Stilen vergangener Epochen bis zum fertigen Kleid haben die jungen Modeschöpfer alles selbst erarbeitet. Eine Schülerin, Naomi Neururer aus Kematen, hat sich mit ihrer Leistung besonders hervorgetan und wurde bei der Veranstaltung von Swarovski dafür belohnt.

Modeschau

Schwarz wie ein Dichter

1

Schwarz war die Farbe der Renaissance, breite Krägen ein Muss. Naomi Neururer (Kematen, 3. Klasse HLM) hat Eva Tappeiner in modernen Shakespeare-Look gekleidet. Dafür darf sie sich jetzt über den „Swarovski Award“ – 500 Euro und ein Praktikum – freuen.

Moderne Oma-Masche

2

Das Oberteil von Emil Baumann (Innsbruck, Kl. 1HLM) gewährt tiefe Einblicke. Auf den Transparentstoff hat er Häkelmuster appliziert. „Ich wollte Altbewährtes in einem neuen Look bringen.“ Model Vanessa Rupprechter ist begeistert.

Von wegen fadenscheinig

3

Fäden verbinden im Kleid von Florian Sigl (Innsbruck, Kl. 2HLM) die transparenten und blickdichten Teile. Aufgrund seines durchsichtigen Vorhabens durfte er ausnahmsweise von Design-Kollegin und Model Emma Mitteregger schon vorab Maß nehmen.

Das Dirndl lebt auf

4

Eine Exkursion zur Blaudruck-Firma ins Burgenland inspirierte Laura Arzberger (Kramsach, Kl. 2HLM) zu ihrem Kleid, für das sie Anleihen beim Dirndl genommen hat. Schauspielerin Eva Maria Gintsberg passt die „moderne Tracht“ wie angegossen.

Anziehende Kleider

5

Gender, Wissenschaft und Tradition: Gleich drei Themen hat Sofie Wechselberger (Tux, Kl. 3HLM) in ihrer Kreation vereint. Der blaue Jumpsuit, den Julian Asbäck trägt, ist rosa gefüttert. Den Mantel hat sie aus Chiffon gehäkelt, die Knöpfe sind magnetisch.

Outfit für mutige Frauen

6

Die Sufragetten haben für das Frauenwahlrecht gekämpft – und sie inspirierten Vanessa Geisler (Schwaz, Kl. 2HLM). „Die aufgenähten Falten strahlen Stärke aus.“ Ihr Model Heidi Keplinger hat die Ferrarischule vor 60 Jahren absolviert.

Das Leben ist Comic

7

Valerie Neuner (Scharnitz, Kl. 4HLM) hat Comic-Elemente miteinander verbunden. Aus dickem Jersey-Stoff kreierte sie eine exzentrische Kombi. Model Josef Grills Gesicht verschwindet beinahe hinter dem roten Kragen mit dem Schriftzug „Bum“.

Altes für ganz Junge

8

Aus einem alten Stoff hat Lorena Jaule (Innsbruck, Kl. 4HLM) die Blumenstickereien herausgetrennt und in Handarbeit auf die Ärmel des feenhaften Kleidchens ihres Models Leni (9) genäht. Ihre Kollektion trägt den Namen „Blumenherz“.

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