Spanien-Wahl - Rajoy nahm Gespräche für Regierungsbildung auf

Madrid (APA/AFP) - Vier Tage nach dem Wahlsieg seiner konservativen Volkspartei (PP) hat der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy Gespr...

Madrid (APA/AFP) - Vier Tage nach dem Wahlsieg seiner konservativen Volkspartei (PP) hat der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy Gespräche zur Bildung einer neuen Regierung aufgenommen. Wie ein PP-Sprecher in Madrid mitteilte, traf sich Rajoy am Donnerstag mit dem Chef der kleinen Partei Bündnis Kanaren, Fernando Clavijo, der zugleich Chef der Regionalregierung der kanarischen Inseln ist.

Zur Regierungsbildung muss Rajoy aber neben einigen kleineren Parteien auch entweder die PSOE-Sozialdemokraten oder die liberale Partei Ciudadanos als Koalitionspartner gewinnen. Denkbar ist notfalls auch eine Minderheitsregierung, die sich von mehreren Parteien tolerieren lässt.

Bei der Parlamentswahl am Sonntag war die PP erneut stärkste Kraft geworden. Obwohl sie einen deutlichen Stimmenzuwachs verbuchte, verfehlte sie mit 33 Prozent der Stimmen jedoch klar die absolute Mehrheit.

Es war bereits die zweite spanische Parlamentswahl in einem halben Jahr. Bei der Wahl im Dezember hatten die Linkspartei Podemos und Ciudadanos das traditionelle spanische Parteiensystem auf den Kopf gestellt: Nachdem jahrzehntelang PP oder PSOE jeweils allein regiert hatten, entstand nun ein Patt im Parlament. Nach der vorgezogenen Neuwahl will Rajoy nun eine weitere Hängepartie vermeiden und bis Anfang August eine neue Regierung bilden.


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