Polizei ließ Lokalbetreiber antanzen

Mit dem Austauch der Schlösser zwang die Polizei den bis dahin unbekannten Geschäftsführer von zwei Spiellokalen aus der Deckung.

(Symbolbild)
© dpa

Innsbruck –Die Betreiber von zwei Innsbrucker Spiellokalen waren schlau, die Polizei schlauer: Mit dem Austausch der Schlösser „zur Sicherung des Eigentums“ zwang das Strafamt den bis dahin unbekannten Geschäftsführer aus der Deckung. Der Mann musste in der Landespolizeidirektion vorstellig werden, um wieder Zugang zu seinen möglicherweise illegalen Betrieben zu erhalten.

Die Vorgeschichte: Ende Mai wollten 15 Polizisten in den beiden Spiellokalen in der Kreid-Passage eine Razzia durchführen. Die Beamten vermuteten, dass in den Betrieben illegales Glücksspiel angeboten wird. Doch aus der Kontrolle wurde zunächst nichts, die Polizisten standen vor versperrten Türen. „Es waren aber Leute in den Lokalen, die durch die Hintereingänge flüchteten“, schilderte damals Anton Hörhager vom Strafamt.

Das Versteckspiel wurde allerdings zum Bumerang: Da der Geschäftsführer unbekannt und daher für die Behörde nicht greifbar war, ließ das Strafamt die Schlösser austauschen und die Eingänge versiegeln. Zum Schutz des Eigentums, das sei wie bei einem unversperrten Auto, bei dem der Schlüssel steckt, versicherte Hörhager: „Die Polizei sperrt den Wagen zu, den Schlüssel kann sich der Besitzer auf der Inspektion holen.“

So war es auch in diesem Fall: „Der Geschäftsführer ist in die Landespolizeidirektion gekommen und hat sich mit den Mietverträgen legitimiert“, schildert Hörhager. Im Gegenzug erhielt der Mann die Schlüssel. Und den Bescheid, in dem die Behörde im Fall weiterer Übertretungen nach dem Glücksspielgesetz die Schließung der Lokale androht.

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Die Schlösser befinden sich übrigens im Besitz der Polizei. Der Geschäftsführer muss sie austauschen, zurückgeben und durch eigene, neue Schließvorrichtungen ersetzen. (tom)


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