Zürcher Börse verzeichnet stärkstes Wochenplus seit Frühjahr 2015

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den vierten Handelstag in Folge zugelegt und das stärkste Wochenplus seit Frühjahr 2015...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den vierten Handelstag in Folge zugelegt und das stärkste Wochenplus seit Frühjahr 2015 verbucht. Nach einem zunächst nur leichten Anstieg am Morgen sorgte eine festere Wall Street für Rückenwind und der Leitindex SMI stieg bis knapp an die 8.100-Punkte-Marke heran.

Nach den starken Gewinnen am Dienstag und Mittwoch verlangsamte sich das Tempo zwar etwas, seit dem Brexit-Tief am vergangenen Freitagmorgen belief sich das Plus aber auf fast 8 Prozent und das Wochenplus auf deutliche 4,4 Prozent. Das Niveau von vor der Abstimmung wurde inzwischen klar übertroffen.

Die Anleger vertrauen offenbar auf die internationalen Notenbanken, die nach dem Brexit ihre Geldschleusen weit geöffnet halten dürften. Bereits am Donnerstag hatte BoE-Chef Mark Carney eine weitere geldpolitische Lockerung in Aussicht gestellt. Zudem wird offenbar über eine Lockerung der Eigenkapitalanforderungen für Banken nachgedacht. Am Morgen hatten enttäuschend ausgefallene Wirtschaftsdaten aus China die Stimmung etwas belastet. Dem standen gute Arbeitsmarktzahlen und eine bessere Stimmung der Einkaufsmanager aus der Eurozone entgegen. In den USA hellte sich die Industriestimmung überraschend auf.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,81 Prozent höher auf 8.085,21 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, stieg um 1,05 Prozent auf 1.193,36 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,88 Prozent auf 8.736,59 Zähler.

Die im Juni arg gebeutelten Bankaktien waren stark in den Handel gestartet und bekamen durch die Meldungen zu den britischen Banken nochmals Rückenwind. UBS legen mit 2,4 Prozent und Julius Bär um 0,7 Prozent zu. Credit Suisse (+2,1 Prozent) notierten zeitweise zwar in Minus, erholten sich dann aber deutlich.

Fester im Rennen lagen zudem die Versicherer Bâloise (+1,2 Prozent), Swiss Life (+1,8 Prozent) und Zurich (+0,8 Prozent). JPMorgan hat das Rating für die Zurich auf „Overweight“ von „Neutral“ erhöht und auch das Kursziel klar angehoben. Die Zurich sei von den Marktschwankungen in Europa am wenigsten betroffen und im Tiefstzinsumfeld weniger anfällig, heißt es in der Begründung.

Die Nase vorn hatten zum Schluss allerdings Lonza (+3,2 Prozent) und Galenica (+3,0 Prozent). Lonza hat im Bereich der Zellforschung die US-amerikanische Triangle Research Labs (TRL) übernommen. Analysten begrüßten es, dass Lonza den lukrativen Life Science-Bereich ausbaut. Bei Galenica wurde unterdessen bekannt, dass die Tochter Vifor Pharma künftig im Auftrag der Tessiner Pharmagruppe Helsinn deren Medikament Aloxi in Spanien vermarkten darf.

Auf dem Kaufzettel der Anleger standen auch Clariant (+2,6 Prozent) nach einer Kurszielerhöhung durch JPMorgan. Adecco (+1,5 Prozent, 49,61 Franken) zeigten sich unterdessen unbeeindruckt von einer Kurszielsenkung auf 52 Franken durch Kepler Cheuvreux. Auch Zykliker wie LafargeHolcim oder Schindler (je +1,2 Prozent) gewannen hinzu.

Die Pharmaschwergewichte Roche (+0,2) und Novartis (+0,4 Prozent) konnten Anfangsverluste überwinden, schlossen aber am unteren Ende des Tableaus. Nestlé (+1,2 Prozent) legte im Tagesverlauf deutlicher zu.

Die drei Verlierer waren Syngenta (-0,6 Prozent), Swisscom (-0,4 Prozent) und Sonova (-0,2 Prozent).

~ ISIN CH0009980894 ~ APA599 2016-07-01/18:28


Kommentieren