640.000 Kinderpornos: Sechs Jahre Haft für „tickende Zeitbombe“

Ein 42-jähriger Unterländer wurde nicht rechtskräftig verurteilt. Er hatte Kinderpornos mit einer Abspieldauer von 62 Tagen im Haus.

(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Innsbruck – Wegen schweren sexuellen Missbrauchs des Autoritätsverhältnisses und pornografischer Darstellung Minderjähriger wurde am Dienstag Mittag ein 42-jähriger Unterländer nicht rechtskräftig verurteilt.

Der Mann war über den Hinweis eines pädophilen Oberösterreichers, mit dem er Tausende einschlägige Bilder ausgetauscht hatte, ins Visier der Ermittler geraten. Dabei kamen Dimensionen hervor, die auch hartgesottene Polizisten erschütterten. Fanden sich bei dem Unterländer doch mindestens 640.000 Kinderpornodateien und dazu ebensolches Videomaterial mit einer Abspieldauer von nicht weniger als 62 Tagen.

Das sichergestellte Bildmaterial brachte zudem kam zudem ans Licht, dass der Unterländer im Jahr 2007 auch selbst einen Buben und ein Mädchen missbraucht hatte. Die Einvernahme des Buben wurde am Landesgericht per Video unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgeführt.

Der Angeklagte erklärte sich vor Richter Norbert Hofer zu den Vorwürfen teilgeständig. Er stritt aber zum Beispiel ab, die Kinder vor deren Missbrauch mit Medikamenten betäubt zu haben.

Der Schöffensenat verhängte über den mit leichter Einschränkung Zurechnungsfähigen sechs Jahre Haft. Dagegen erhob der 42-Jährige sofort Strafberufung. Die Staatsanwaltschaft gab kein Erklären zum Urteil ab. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Richter Hofer: „Seit 2008 sind Sie wegen Depressionen in Therapie. Von Ihrer ausgeprägten Pädophilie hatten Sie jedoch nie ein Wort erwähnt. Für mich sind Sie eine tickende Zeitbombe. Nur weil Sie kaum Zugang zu Kindern hatten, gab es in ihrem Umfeld wohl nicht mehr Opfer.“ (fell)


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