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Schennach setzt Umweltakzent im Außerfern

Bei „uni goes reutte“ ließ Landesamtsdirektor-Stv. Dietmar Schennach mit Vorschlag aufhorchen: nach Verfahren evaluieren, was von Gutachten auch wirklich eingetreten ist.

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Protagonisten von „uni goes reutte“: Christian Strigl, Hartmann Rief, Sara Matt-Leubner, Alexander Knapp und Wolfgang Winkler (v. l.).
© Helmut Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

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Reutte –Dem nahezu unbeantwortbaren Fragenkomplex „Umweltschutz – schon zu viel des Guten?“ näherte sich Vortragender Alexander Knapp bei der Veranstaltung „uni goes reutte“ am Mittwochabend in der Reuttener Wirtschaftskammer an. Die Veranstaltungsreihe, die Wissenschafter der Uni Innsbruck einmal jährlich aus dem Vorlesungssaal über den Fernpass führt, beschäftigte sich diesmal mit Wertfragen zum Thema Umwelt. Der Abfall- und Abwasserexperte entführte die Zuhörer dann in einen Jahreszahlenkanon über die Entwicklung der Abfallwirtschaft von mittelalterlichen Faulgruben bis zur aktuellen Gesetzeslage. Vor allem seinen Forschungen über die Weiterverwendung von Asche in Form von Pellets oder Granulaten räumte er mehr als umfangreichen Platz ein.

Anhand einer von Knapp gezeigten und auf der Landeshomepage Tiris einsehbaren Altlasten- und Verdachtsfällekarte offenbarte sich dann schnell die ganze Ambivalenz von Umweltschutzbetrachtungen. Für das Außerfern sind darin 50 Verdachtsfälle und Altlasten fein säuberlich aufgelistet. Meist zugeschüttete Müllplätze aus den 1960er-, 70er- und frühen 80er-Jahren; in den jeweiligen Gemeinden bestens bekannt. Auf die wiederholte Frage aus dem Publikum, wie damit verfahren werden sollte, antwortete Knapp knapp: „Ich weiß es nicht, da getrau’ ich mich nicht, etwas dazu zu sagen.“

Dietmar Schennach schon. Der ehemalige Reuttener Bezirkshauptmann und Landesamtsdirektorstellvertreter empfahl eine, im übrigen praktizierte, pragmatische Herangehensweise: „Also dauerhaft beobachten – und wenn nichts Auffälliges passiert, den Deckel drauf lassen.“ Schennach ließ im Zuge der Diskussion über behördliche Verfahrenslängen, gerade den Naturschutz betreffend, aufhorchen: „Die Leute haben keine Vorstellung, wie komplex Verfahren sein können. Der Akt Sellrain/Silz bringt es auf 140.000 Seiten. Was da alles gefordert und in Gutachten behauptet wird!“ Es gebe so viel Kritik, auch von Seiten der Wissenschaft, die Behörde sei aber Herr des Verfahrens und die Entscheidungen „irrsinnig schwierig“. Schennach: „Ich könnte mir vorstellen, dass solche Projekte einmal im Nachhinein evaluiert werden. Nämlich auf die Frage, ob das alles eingetreten ist, was in den Gutachten behauptet wurde.“ Wenn das nämlich nicht der Fall sei, könnte man im Lauf der Jahre andere Maßstäbe anlegen.

Begeistert zeigt sich WK-Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler von dieser Idee: „Mir ist es wichtig, Umweltschutz und Wirtschaftswachstum zu verbinden. Wir könnten uns langwierige Behördenverfahren sparen, wenn wir auf Referenzprojekte verweisen könnten. Letztlich ist die Ökologie auch ein Standortfaktor bei Betriebsansiedelungen.“

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