Clinton bezeichnet Umgang mit Dienst-E-Mails erneut als „Fehler“

Washington (APA/AFP) - Die voraussichtliche demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat in der E-Mail-Affäre erneut jede...

Washington (APA/AFP) - Die voraussichtliche demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat in der E-Mail-Affäre erneut jede Schuld von sich gewiesen - und andere Beamte für das Verschicken von Geheiminformationen verantwortlich gemacht. Im Fernsehsender CNN bezeichnete Clinton ihren Umgang mit E-Mails in ihrer Zeit als US-Außenministerin am Freitag wie bereits zuvor als „Fehler“.

Einigen Regierungs- und Ministeriumsmitarbeitern sei offenbar gar nicht klar gewesen, dass sie ihr E-Mails mit vertraulichem Inhalt geschickt hätten.

Clinton hatte als Außenministerin von 2009 bis 2013 ein privates E-Mail-Konto und private Server für ihren dienstlichen E-Mail-Verkehr genutzt. Damit verstieß sie gegen geltende Sicherheitsregeln. Clinton übergab zwar nachträglich einen Großteil ihres Mailverkehrs an das Außenministerium, löschte aber mehr als 30.000 E-Mails, die ihren Angaben zufolge persönlichen Inhalts waren. Geheiminformationen enthielten sie demnach nicht.

Justizministerin Loretta Lynch hatte am Mittwoch den Verzicht auf ein offizielles Ermittlungsverfahren in der Affäre bekanntgegeben. Sie folgte damit einer Empfehlung der Bundespolizei FBI. FBI-Chef James Comey hatte am Dienstag erklärt, Clinton sei kein vorsätzlicher Gesetzesverstoß nachzuweisen. Er kritisierte allerdings einen „extrem sorglosen“ Umgang der damaligen Außenministerin mit ihren beruflichen E-Mails.

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Laut Comey waren unter den rund 30.000 Mails, die Clinton nachträglich übermittelt hatte, 110 mit als vertraulich eingestuftem Inhalt. Acht Mailsequenzen hätten sogar Informationen der höchsten Geheimhaltungsstufe „Top Secret“ enthalten. In dem CNN-Interview sagte Clinton, sie habe das private E-Mail-Konto damals aus „Bequemlichkeit“ genutzt. Im Rückblick sei das jedoch eine „falsche Entscheidung“ gewesen.

Einen Teil der Schuld gab Clinton ihren Mitarbeitern, die die E-Mails mit vertraulichem Inhalt an sie geschickt hätten. Es habe sich bei diesen Beamten aber um „Profis“ gehandelt, die den Umgang mit vertraulichen Informationen seit Jahren gewohnt gewesen seien, sagte Clinton. Sie seien also nicht „leichtsinnig“ gewesen, sondern hätten sich schlicht und einfach vertan.

Am Donnerstag hatte das Außenministerium angekündigt, nach dem Verzicht des US-Justizministeriums auf eine Anklage gegen Clinton nun seine eigene Untersuchung der Angelegenheit wieder aufzunehmen. Die E-Mail-Affäre belastet also weiterhin Clintons Wahlkampf.


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