Tirol

Unwetter tobte über Tirol: Aufräumen nach Murenabgängen

Ein Haus in Hopfgarten wurde von dem Erdrutsch am Sonntag getroffen.
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Ein schweres Unwetter tobte Sonntagabend über Tirol. Die Ötztalstraße ist nach einem Murenabgang wieder frei. In Hopfgarten im Brixental mussten nach einem Erdrutsch zwei Häuser evakuiert werden.

Innsbruck, Längenfeld – Es war wohl ein Glück, dass am Sonntagabend die meisten bereits in Fußballstimmung vor dem Fernseher waren. Vom Oberland kommend brachen ab 18 Uhr über das ganze Land Unwetter herein. Verletzt wurde niemand, die Tiroler Feuerwehren standen jedoch im Dauereinsatz. Mehr als 100 Einsätze zählte die Rettungsleitstelle im Laufe des Abends und der Nacht. Der Höhepunkt war gegen 21 Uhr mit etwa 70 Alarmierungen allein im Bezirk Innsbruck-Land erreicht. Die Einsatzkräfte wurden zu Vermurungen und überfluteten Straßen gerufen, zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden.

Besonders gefordert waren die Feuerwehren im Umkreis von Längenfeld. Durch die kurzen aber umso heftigeren Regengüsse kam es dort gegen 19.30 Uhr beinahe gleichzeitig zu zwei Murenabgängen. Ein Blitzeinschlag verursachte darüber hinaus noch einen Waldbrand, der jedoch schnell gelöscht werden konnte.

Glimpflich verlaufen ist auch ein spektakulärer Murenabgang im Ortsteil Winklen. Die 60 Meter lange und etwa drei Meter hohe Mure hat die – normalerweise viel befahrene – Ötztalstraße (B186) in Richtung Sölden verlegt. Ein Bauernhof in der Nähe ist durch einen Damm geschützt.

Hagel in Hopfgarten im Brixental: Leserin Mel Anie hat dieses Foto über Facebook geschickt.
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Zwar müsse man in diesem Bereich häufiger mit Lawinen und Muren rechnen, „eine so große haben wir aber noch nie gehabt“, war von Seiten der Feuerwehr zu hören. Dementsprechend aufwändig waren auch die Aufräumarbeiten, an denen 40 Männer von den Feuerwehren Huben und Sölden, die Tiwag, die Straßenmeisterei sowie zwei Polizeistreifen beteiligt waren. Vier Bagger kamen ebenfalls zum Einsatz. Gegen Mitternacht konnte die Komplettsperre der Ötztalstraße dank des unermüdlichen Einsatzes zumindest teilweise aufgehoben werden. Am Montagvormittag war die B186 dann wieder frei.

Eine weitere Mure wälzte sich über einen Tunnel im Ortsteil Aschbach hinweg und bahnte sich schließlich ihren Weg in die Ache.

Besonderes Augenmerk galt am Montag dem Räumen der Bachgerinne von Geschiebe, zumal sich neuerliche Gewitter ankündigten. Das Unwetter von Längenfeld war zuvor über das Pitztal gezogen: „Wir hatten nur Glück, dass es bald wieder weg war“, so St. Leonhards Dorfchef Elmar Haid. Die Straße beim Weiler Neurur wurde leicht verlegt, die Teilsperre konnte aber nach einer Stunde wieder aufgehoben werden.

Schäden im Unterland

Auch im Bezirk Kitzbühel hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun: Die Grafenweger Landesstraße ist bei Kilometer 1,65 seit Sonntagabend bis auf Weiteres gesperrt. Mehrere umgestürzte Bäume blockieren die Fahrbahn. Die Aufräumarbeiten gingen Montagfrüh weiter, bis Mittag war die Fahrbahn wieder frei.

In Hopfgarten im Brixental kam es zu einem Erdrutsch. Ein Haus war dabei direkt betroffen. Verletzt wurde niemand. Die Freiwillige Feuerwehr evakuierte die Bewohnerin. Auch die drei Bewohner des Nachbarhauses mussten ihr Zuhause verlassen. Am Montag konnten alle wieder zurück in ihr Zuhause.

Beim Haus der Frau wurden entsprechende Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Bürgermeister Paul Sieberer sprach von einer Vorsichtsmaßnahme. Es sei zwar nur ein kleinräumiger Erdrutsch, dennoch wurde die Sachlage vom Geologen überprüft.

In Weerberg standen am Sonntagabend das Gemeindehaus und das Feuerwehrhaus unter Wasser. Ein Gewitter erwischte die Gemeinde mit voller Wucht, wie Bürgermeister Gerhard Angerer berichtete. Auch viele andere Keller in der Gemeinde liefen durch den Starkregen voll. Die Aufräumarbeiten dauerten auch am Montag noch an.

Gewittergefahr steigt im Laufe des Montags

Die Gewittergefahr in Tirol bleibt auch am Montag hoch: Schon ab dem Nachmittag brauen sich in der schwülen und heißen Luft wieder Wolken zusammen. Die Unwettergefahr steigt zum Abend hin. Die Gewitter können kräftig werden – Hagel, Starkregen und Sturmböen sind örtlich möglich.

Ab Dienstag stellt sich das Wetter um: Es wird nass und kälter. Im Bergland sinkt die Schneefallgrenze bis Donnerstagfrüh auf unter 2.000 Meter. „Speziell in Lagen über 2.500 m zeichnen sich Neuschneemengen von bis zu 30 Zentimeter ab“, sagt Ubimet-Meteorologe Josef Lukas. (TT, TT.com)

Die Feuerwehren in Tirol, wie hier in Roppen, waren am Sonntagabend im Dauereinsatz.
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Die B186 wurde bei Längenfeld unter einer drei Meter hohen Mure begraben.
Die Ötztalstraße war bis Mitternacht komplett gesperrt, bis Montagvormittag war sie dann nur einspurig befahrbar.
Die ganze Nacht lief der Einsatz auf der Ötztalstraße.
Mehrere Bäume stürzten in Hopfgarten im Brixental auf die Grafenweger Landesstraße.
Hagel in Hopfgarten.
Aufräumen in Hopfgarten am Montagmorgen.
Das Feuerwehrhaus in Weerberg stand am Sonntag unter Wasser.
In Weer wurde ein Dach schwer beschädigt.

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