Artenvielfalt in Tirols Pilzwelt
Von Walter Zwicknagl...
Von Walter Zwicknagl
Jenbach –„Pilze gibt es heuer schon seit Mitte Juni. Das ist so früh wie kaum einmal“, stellt Martin Kirchmair, gelernter Mikrobiologe an der Universität Innsbruck und Obmann des Vereins für Pilzkunde Tirol in Jenbach, fest. Eierschwammerl, Steinpilz und Parasol hätten schon seit längerer Zeit Schwammerlkörbe gefüllt. Aber auch Pilze wie der Wurzelnde Bitterröhrling, der sonst in eher südlichen Breiten zu finden ist, seien gefunden worden. Im gleichen Atemzug nennt er den Dornigen Stachelbart, den er als Erstfund in Tirol bezeichnet und der in der Innsbrucker Gegend auftauchte. Überwältigt ist der Experte, der seit dem Jahr 2013 den Verein führt, vor allem von der Artenvielfalt.
Wie schon in den Jahren zuvor unter dem früheren Obmann Hermann Haidenhofer, der 34 Jahre den Pilzverein führte, gibt es auch heuer wieder jeweils am Freitag und Sonntag im Jenbacher Museumshaus von 18.30 Uhr bis 20 Uhr eine Pilzberatung. Eine große Pilzausstellung wird es am 4. September in der NMS Oberau (Wildschönau) geben, sagt Kirchmair bei einem Blick auf den Terminkalender.
Neu ist eine Broschüre namens „Pilzpfad“, die Martin Kirchmair und Sigrid Neuhauser erarbeiteten und die auch in Schulen einsetzbar ist. Die Zeichnungen stammen von Leopold Simrath vom Jenbacher Pilzverein. „Immer wieder taucht die Frage auf, wie groß die Belastung der Pilzwelt 30 Jahre nach Tschernobyl ist. Da kann ich beruhigen. Bei uns kann man die Pilze genießen. Man kommt kaum an die gefährliche Dosis heran. Jedenfalls hängt es von der Menge ab“, versichert der Mikrobiologe.
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