Kosten für Stabilisierung des Stromnetzes gesunken

Wien (APA) - Die Kosten für die Stabilisierung des österreichischen Stromnetzes sind 2015 fast 30 Prozent gesunken und gehen heuer weiter zu...

Wien (APA) - Die Kosten für die Stabilisierung des österreichischen Stromnetzes sind 2015 fast 30 Prozent gesunken und gehen heuer weiter zurück, teilten am Freitag die Energieregulierungsbehörde E-Control und der Übertragungsnetzbetreiber APG mit. Die Kooperation mit Deutschland zur Netzstabilisierung wird vertieft.

Im Vorjahr wurden für die Regelreserve zur Stromnetz-Stabilisierung 143 Mio. Euro aufgewendet. Das waren fast 30 Prozent weniger als im 2014 mit rund 200 Mio. Euro. „Und der Trend setzt sich bisher auch im heurigen Jahr fort: 2016 mussten bis Ende Juni rund 50 Millionen Euro für Regelreserve aufgewendet werden. Das ist verglichen mit 2015 eine weitere Verringerung“, so E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer und APG-Chefin Ulrike Baumgartner-Gabitzer heute in einer Pressemitteilung. Die verschiedenen Maßnahmen hätten Wirkung gezeigt, die nun gestarteten Kooperationsmaßnahmen mit Deutschland würden weitere Kostensenkungen bringen.

Die Zusammenarbeit zwischen Östereich und Deutschland wird vertieft. Die Verbund-Tochter APG (Austrian Power Grid) arbeite seit Anfang der Woche noch enger mit allen vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern zusammen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Der Einsatz der so genannten Regelreserve erfolge nun anhand einer gemeinsamen Abrufliste, damit komme die wirtschaftlich günstige in beiden Ländern zum Einsatz. In einem nächsten Schritt geprüft werde eine gemeinsame Beschaffung der Regelleistung. „Eine noch engere Kooperation, die auch den Zuschlag von Leistung aus dem anderen Land beinhaltet, ist beabsichtigt. Eine gemeinsame Weiterentwicklung wird auf jeden Fall angestrebt, zum Beispiel die kurzfristigere Beschaffung mittels täglicher Auktionen“, so E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch.

Um die Kosten für Regelreserve einzudämmen seien bereits seit 2013 zahlreiche internationale Maßnahmen getroffen worden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Am österreichischen Regelreservemarkt seien neue Anbieter dazugekommen - ihre Anzahl habe sich auf mehr als zehn mehr als verdoppelt. Weitere Teilnehmer seien im Zulassungsprozess. Zudem seien bestehende Anbieter in neuen Bereichen tätig geworden

Die Vorhaltung von bestimmten Reserve- oder Regelleistung sei ein zentraler Bestandteil einer sicheren Stromversorgung. Damit könne man kurzfristig reagieren, wenn beispielsweise plötzlich weniger Strom erzeugt werde als geplant - etwa durch einen Kraftwerksausfall oder eine geringere Stromerzeugung eines Windkraftwerks durch Prognosefehler. Zur nötigen Stabilisierung des Stromnetzes springen dann kurzfristig andere Kraftwerke ein oder Verbraucher verringern ihren Strombezug. Auch wenn die Stromnachfrage plötzlich sinkt - etwa wenn der Verbrauch zu hoch eingeschätzt wurde oder ein großer Industriebetrieb ausfällt - ist Regelenergie nötig. Kraftwerke fahren dann entweder ihre Produktion zurück oder es werden Anlagen eingeschaltet, um den überschüssigen Strom zu verbrauchen und wieder ein Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch herzustellen.

~ WEB http://www.e-control.at

http://www.apg.at/ ~ APA292 2016-07-15/12:33