Sport in Tirol

Das Bogenschießen im Blut

Eine Familie für den Bogensport: Mario, Marcel und Papa Hansjörg Meinschad (v. l. n. r). Für einen Hightechbogen muss man zwischen 1.500 und 2.500 Euro berappen.
© Rizzi

Spricht man in Tirol vom Bogensport, kommt man an der Familie Meinschad aus Rietz nicht vorbei. Vater Hansjörg Meinschad spannt gemeinsam mit Söhnen, Brüdern und seiner Gattin den Bogen.

Von Adrian Stöckl

Innsbruck – „Es dreht sich alles um den Bogensport“, antwortet Hansjörg Meinschad auf die Frage, was er denn sonst noch für Hobbys hat. Ohne Hingabe hätte der 44-jährige Rietzer wohl nicht vier österreichische Meistertitel, einen Vize- sowie einen Europameistertitel und etliche Tiroler Meistertitel errungen. Den Zwölften sicherte er sich am Samstag beim Bettelwurfturnier in Absam.

Hansjörg Meinschad ist einer der erfolgreichsten Tiroler Bogenschützen. Sein Wissen will er weitergeben. Seine Söhne Marcel (20) und Mario (18), Frau Sonja sowie die Brüder Michael und Rainer wurden alle vom Inhaber eines Bogensportgeschäftes mit dem Bogenvirus infiziert. „Mit sieben oder acht Jahren habe ich die Kinder schon mitgenommen“, erzählte er. Er selbst habe in frühen Jahren bereits mit Haselnussästen Bogen gebaut, um „Indianer oder Robin Hood zu spielen“, lacht er.

Beim 3D-Schießen geht es darum, Tierattrappen auf eine gewisse Entfernung (zw. 18 und 54 Metern) so zu treffen, dass sie erlegt wären.
© Rizzi

Nun gäbe es nichts Schöneres, als seinen Schützlingen beim Schießen zuzusehen. „Das macht einen wirklich unheimlich stolz.“ Deshalb hat er die Seinen auch sehr früh bei den Erwachsenen aus größerer Entfernung antreten lassen. „Da ist der Lerneffekt viel größer.“ Außerdem nahm er sie bei allen Witterungen mit. „Sie wissen um die Lichtverhältnisse. Auch wie man Wind und Regen einschätzt“, berichtet der Papa. Und die Familie dankt es ihm. Immerhin ist Marcel 15-facher Staatsmeister, Mario gar Vize­europameister. Gattin Sonja war ebenfalls erfolgreich, muss aber aus zeitlichen Gründen etwas kürzer treten und geht nun vor allem in der Betreuerrolle auf.

Antreten tun alle Meinschads in der Compoundklasse, alle für den BSC Rietz. „Das sind Hightechbogen mit einem Flaschenzugprinzip“, erklärt das Familienoberhaupt. Aus 20 Metern könne man so eine 10 Cent-Münze treffen, aus 50–70 Metern ist das Ziel etwa fünf Zentimeter groß. Die Pfeile erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 350 km/h.

Um im Bogensport etwas zu erreichen, muss aber vor allem der Kopf fit sein. Deshalb verinnerlicht Meinschad bei entscheidenden Schüssen, wie bei der EM 2012, Bilder seiner Liebsten. Speziell das seiner Gattin. Er traf und wurde Europameister. Die Chancen stehen gut, dass er nicht der letzte Meinschad ist, dem solche Ehren zuteil werden.

Sieger der Tiroler Bogen-Meisterschaften

Instinktivbogen: Allgemein, Männlich: Manfred Thurnes (BSC Rietz) Allg., Weiblich: Silvia Heigl (JBV Flaurling).

Langbogen:

Allg., Männlich: Anton Prabitz (IHG). Allg., Weiblich: Johanna Foidl (BSV Avalon).

Blankbogen:

Allg., Männlich: Harald Niederegger (BSV-Iseltal). Allg., Weiblich: Bettina Altenberger (Final Target).

Compoundbogen:

Allg., Männlich: Hansjörg Meinschad (BSV Rietz). Allg., Weiblich: Silvia Barckholt (Ihg Innsbruck).

Team:

Lakota I (Georg Baumann, Christoph Trauner, Manfred Laiminger).

Detaillierte Ergebnisse finden sie unter

www.bogensport-absam.at