Brexit - Kurz: Erste informelle Gespräche dürften gut verlaufen sein

London/Brüssel (APA) - Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sieht die Brexit-Thematik „natürlich als großes Thema für die EU“. Dabei gehe es n...

London/Brüssel (APA) - Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sieht die Brexit-Thematik „natürlich als großes Thema für die EU“. Dabei gehe es nicht nur um die Abwicklung des britischen Austritts, sondern auch um die Neuregelung des Verhältnisses mit London. „Es hat erste informelle Gespräche zwischen der EU und Großbritannien gegeben, die dürften relativ gut verlaufen sein.“

Darauf angesprochen, dass von der EU festgelegt wurde, nicht mit Großbritannien zu verhandeln, solange nicht der Austrittsantrag da sei und nun offenbar ein Damm gebrochen wurde, sagte Kurz: „Nein. Der Austrittsantrag ist noch nicht gestellt.“ Es sei aber „eine Selbstverständlichkeit, informelle Gespräche zur neuen Regierung, zur weiteren Zusammenarbeit und zum Kennenlernen der neuen Gesprächspartner“ der Briten zu führen. An der geografischen Situation werde sich nichts ändern. „Großbritannien wird ein Teil unseres Kontinents bleiben.“

Es sei auch notwendig, mit den Briten weiter partnerschaftlich zusammenzuarbeiten. „Das Ergebnis des Referendums ist absolut unerfreulich. Jetzt müssen wir mit der Situation professionell umgehen.“ Klar sei, dass „solange Großbritannien nicht ausgetreten ist“, es „weiterhin mit am Tisch dabei“ sei. Die Briten würden auch „weiterhin ihren Beitrag zahlen, und somit mitdiskutieren. Der Prozess wird ein langer sein.“

Auf die Frage, ob der neue britische Außenminister Boris Johnson bei seinem Erstauftritt in Brüssel bereits einen Zeitpunkt für das Drücken des Exit-Knopfs genannt habe, sagte Kurz: „Bis jetzt noch nicht. Aber Sie können sich vorstellen, dass ich ihn das beim ersten Gespräch definitiv fragen werde.“

Beim Frühstück der 28 EU-Außenminister mit ihrem US-amerikanischen Amtskollegen John Kerry seien vor allem die Geschehnisse in der Türkei und das Attentat in Nizza Priorität gewesen. „Aber natürlich ist und bleibt Brexit ein großes Thema für die EU.“