Gesellschaft

Vom Flüchtlingsheim zurück zum Militärstützpunkt

© Fankhauser Eva-Maria

In die Kaserne Vomp könnten ab nächstem Jahr wieder Soldaten einziehen. Die neue Medical School wäre beim Krankenhaus geplant.

Von Eva-Maria Fankhauser

Vomp, Schwaz –„Die Kaserne wird wieder eine Kaserne“, lässt BM Hans Lintner aus Schwaz aufhorchen. Kürzlich verriet er im TT-Gespräch, dass die Vomper Kaserne anstatt als Flüchtlingsunterbringung bald wieder besiedelt werden solle. „In Hinblick auf die Gefahrenschutzpläne wäre eine Pionierskompanie unser Wunsch für die Kaserne“, sagte BM Lintner.

Der Vertrag mit den Tiroler Sozialen Diensten wäre Ende Juli ausgelaufen, wobei das Innenministerium auf bis zu drei Jahre problemlos verlängern könnte. Verlängert wurde auch, aber lediglich bis 31. Dezember 2016, wie ein Schreiben des Bundesministeriums für Inneres an die Vomper Gemeinde zeigt. Die Mannschaftsräume der Frundsberg-Kaserne bleiben demnach bis Ende des Jahres eine Flüchtlingsunterbringung. Laut BM Karl-Josef Schubert gebe es seitens des Ministeriums die Idee, eben jene Mannschaftsräume für die Belegschaft der Standschützenkaserne in Innsbruck bereitzustellen, da diese umgebaut werden soll. „Ich kann mir schwer vorstellen, dass die Kaserne nicht mehr für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt wird, da es in Tirol ohnehin eine Knappheit an Unterkünften gibt“, betont Schubert. Für die Soldatenbesiedelung würde laut ihm jedoch sprechen, dass der Vertrag nur um fünf Monate verlängert wurde. „Es kann alles aber wieder schnell anders aussehen“, sagt der Vomper Ortschef. Immerhin habe er Anfang des Jahres nicht mehr an einen Hubschrauberstützpunkt bei der Kaserne geglaubt und nun sei der Stützpunkt wieder voll intakt.

Ob nun wieder Soldaten in die Kaserne einziehen oder Flüchtlinge dort untergebracht werden – beides durchkreuzt die Pläner seitens der Schwazer Stadtgemeinde, dort eine Medical School anzusiedeln. Doch der Traum dieser neuartigen Bildungseinheit sei laut BM Lintner noch nicht geplatzt. Diese könnte unweit der Kaserne im direkten Umfeld des Krankenhauses entstehen. „Dass eine Medical School in Tirol kommt, ist entschieden, nur wo, ist noch unklar“, verrät Lintner. Man sei bereits mit Landesrat Bernhard Tilg im Gespräch und versuche die Schule nach Schwaz zu holen. Zweiter Bewerber für die Schule ist Hall. „Rein vom möglichen Standort direkt beim Bezirkskrankenhaus Schwaz und den Räumlichkeiten her wären wir nicht schlecht aufgestellt“, resümiert der Stadtchef. Das mögliche Grundstück hinter dem Bezirkskrankenhaus gehört bereits dem Krankenhausverband Schwaz und wäre laut Lintner groß genug für den Campus der Medical School. Immerhin sollen dort auch Studentenwohnungen Platz finden. Der Kranken­hausverband würde den Campus herstellen und ihn dann an einen Träger vermieten.