Genuss

Erster Osttiroler Whisky reift im Holzfass heran

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In Kooperation entsteht ein geistreiches Produkt, das regionaler nicht sein könnte: Vom Getreideanbau bis zur Reifung erfolgt alles im Bezirk.

Von Claudia Funder

Lienz –Welchen geschmacklichen Charakter er haben wird, der erste Whisky „made in Osttirol“, steht noch in den Sternen. Verkosten kann man die neue Spirituose erst in drei Jahren. So lange ruht sie nämlich noch während des erforderlichen Reifeprozesses im Holzfass. Nach dem erfolgreichen Projektstart sind die regionalen Partner, die gemeinsame Sache machen, jedenfalls neugierig, wie sich das Destillat entwickeln wird.

Die Kooperation der beiden Brennereien Kuenz und Webhofer sowie der Falkensteiner Brauerei hatte mehrere heimische Landwirte mit ins Boot geholt, die den hochwertigen Rohstoff für den edlen Tropfen liefern: Für einen Single Malt Whisky, dessen Reifung nun angepeilt wird, darf ausschließlich vermälzte Gerste verwendet werden, erklärt Johannes Kuenz, Initiator des Projekts.

Ein Jahr ist mittlerweile ins Land gezogen, seit erstmals in Osttirol Getreide speziell für diesen Whisky angebaut und geerntet wurde – als erster Schritt einer langen Reise. Nach der Trocknung der Gerste, der Reinigung und der Verarbeitung zu Malz wartete auf die Obstbrenner nämlich eine weitere Hürde: „Um aus dem Malz Maische zu machen, die im Anschluss vergoren wird, braucht man völlig andere Einrichtungen als für die Verarbeitung von Obst“, erklärt Kuenz, ergänzend: „Vom Know- how gar nicht zu reden.“

Das Experiment ging weiter. Auf der Suche nach einem Partner stießen die Edelbrenner auf den lokalen Bierhersteller. Braumeister Harald Green zeigte sich von der Idee sofort begeistert, „auch wenn mir am Beginn wohl als Einzigem bewusst war, wie groß die Herausforderung wirklich ist“, räumt er lachend ein. Die Qualität des Malzes habe ihn dann aber überrascht, erklärt Green. Dieses wird in der Brauerei mit Quellwasser erhitzt und teils gekocht. Nachdem die Stärke des Korns zu Zucker wurde und dieser zu Alkohol vergoren war, kamen die zwei Edelbrenner wieder ins Spiel – und waren ganz in ihrem Element. „Es gibt eine unendliche Vielfalt in der weiteren Veredelung“, schwärmt Friedrich Webhofer vom Variantenreichtum.

Die erste Ausbeute stimmt schon einmal, die Menge ist deutlich größer als erwartet. Aus 10.000 Kilo Malz entstanden 45.000 Liter Maische. Bei der Lagerung kommt es freilich noch zu Verlusten.

Drei intensive Wochen liegen nun hinter Kuenz und Webhofer: „Wir haben fast Tag und Nacht gebrannt.“

Die Holzfässer sind gefüllt, nun braucht es vor allem eines: Geduld. Denn das Ergebnis zeigt sich erst in Jahren. Wenn das gereifte Destillat dann durch Wasserzugabe auf Trinkstärke gesetzt wird, steht dem Genuss nichts mehr im Wege. Man darf gespannt sein, wie sehr die Osttiroler dem regionalen Whisky zusprechen.