Fitch - Bankensteuersenkung könnte Dividenden-Begehrlichkeiten wecken
Wien (APA) - Die ab 2017 niedrigere Bankenabgabe dürfte den österreichischen Banken im Wettbewerb mit ihren europäischen Konkurrenten helfen...
Wien (APA) - Die ab 2017 niedrigere Bankenabgabe dürfte den österreichischen Banken im Wettbewerb mit ihren europäischen Konkurrenten helfen und auch die Kapitalstärkung erleichtern, meint Fitch. Zunächst aber wird die vor der Absenkung verlangte Einmalzahlung (1 Mrd. Euro) noch dafür sorgen, dass die Effekte erst verzögert messbar sein werden. Außerdem dürften Dividenden-Begehrlichkeiten erwachsen.
Die Ratingagentur geht davon aus, dass die mit Dividendenausschüttungen in den letzten Jahren nicht verwöhnten Aktionäre auch höhere Ausschüttungen erwarten dürften. Das würde mögliche positive Kapitaleffekte reduzieren.
Einen unmittelbaren Rating-Effekt sieht die Agentur durch den Regierungsbeschluss zur Bankenabgaben-Reduktion nicht. Die niedrigere Abgabe sollte aber Druck von den österreichischen Banken nehmen, die sich gerade stärker auf den margen-armen inländischen Markt konzentrierten. Besonders signifikant ist dieser strategische Schwenk bei der Bank Austria (UniCredit), die mit der Abgabe des Osteuropa-Geschäfts an die Konzernmutter in Mailand einen wesentlichen Teil ihrer Einnahmenbasis verliert.
Offen ist für Fitch, ob die Banken die Summen, die sie sich bei der Bankenabgabe ersparen, in eine Kapitalstärkung fließen lassen oder an die Aktionäre weiterreichen. Mehr Preisdisziplin am heimischen Markt würden aber, so meint Fitch, jedenfalls sowohl die Regulatoren als auch die Bankeigentümer goutieren. Begrüßt wird von Fitch, dass sich die Steuer künftig auch am Ergebnis orientiert.
Österreich hat eine der mit Abstand höchsten Bankensteuern Europas, diese Abgabe hat seit ihrer Einführung im Jahr 2011 die Gewinne der Kreditinstitute um mehr als 3 Mrd. Euro geschmälert, schreibt Fitch, und damit auch den Kapitalaufbau entsprechend beeinträchtigt und den Banken im internationalen Wettbewerb geschadet. Die Hälfte des österreichischen Steueraufkommens hatten die drei Großbanken Erste Bank, UniCredit Bank Austria und Raiffeisen zu berappen.
Erste und Raiffeisen Bank International (RBI) bleiben dem Risiko hoher Bankenabgaben in Zentral/Osteuropa ausgesetzt. Während Ungarn seine hohe Bankenabgabe gerade deutlich reduziert, hat Polen soeben eine neue Bankensteuer eingeführt.
Die Abgabe selbst wird von 640 Mio. Euro (2016) auf rund 100 Millionen Euro im Jahr reduziert. Rund 350 Millionen Euro pro Jahr müssen die Banken in EU-Fonds (Abwicklungsfonds, Einlagensicherung) einzahlen.
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