Kinder fast überall gut betreut
Der Bezirk Kitzbühel verzeichnet tirolweit den größten Zuwachs bei schulischer Tagesbetreuung. In einzelnen Gemeinden gibt es allerdings Aufholbedarf.
Von Miriam Hotter
Kitzbühel –Sommerzeit heißt Ferienzeit – und damit beginnt für viele Eltern der größte Stress im Jahr. Denn während sich die Kleinen über neun Wochen Ferien freuen dürfen, beschäftigt berufstätige Eltern vor allem eine Frage: Wohin mit den Kindern?
In Going ist die Antwort schnell gefunden. „Unser Kindergarten hat das ganze Jahr über ganztägig geöffnet“, sagt Bürgermeister Alexander Hochfilzer. Von Montag bis Donnerstag können Eltern ihre Sprösslinge von 7 bis 16.30 Uhr dort abgeben, am Freitag hat der Kindergarten bis 14 Uhr geöffnet. „Auch die Volksschulkinder in Going haben die Möglichkeit, dieses Angebot zu nutzen“, erklärt Hochfilzer. Der Preis beläuft sich auf zehn Euro pro Kind und Woche.
In Fieberbrunn müssen Eltern etwas tiefer in die Tasche greifen. Dort kostet ein Tag im Ganztageskindergarten (6.45 bis 16.15 Uhr) sechs Euro, für einen Tag im Halbtageskindergarten (6.45 bis 12.30 Uhr) müssen Eltern vier Euro hinblättern. Der Kindergarten ist aber nicht die einzige Möglichkeit für Eltern, ihre Kinder abzugeben. „Auch der TVB bietet ganztägige Kinderbetreuung an“, nennt Amtsleiter Kaspar Danzl ein Beispiel. Von Montag bis Freitag von 9.30 bis 15.30 Uhr stehen Spiele und Unterhaltung auf dem Programm. Der Spaß kostet sieben Euro pro Tag oder 20 Euro die Woche. Zusätzlich bietet die Kinderstube KAPA Ferienbetreuung (8 bis 16 Uhr) u. a. für Fieberbrunner Kinder von vier bis 14 Jahren an. Hier kostet die Betreuung für externe Kinder pro Tag 16 Euro ohne Verpflegung. „Die Betreuung im Sommer ist eigentlich ausreichend. Es gibt nur vereinzelt Nachfragen nach einem größeren Angebot“, sagt Danzl.
Auch in Westendorf klopften Eltern an die Tür des Gemeindeamtes. „Es gibt bis jetzt aber nur zwei Nachfragen“, sagt Bürgermeisterin Annamarie Plieseis. Das einzige Angebot in der Gemeinde sind die so genannten „Spiel-mit-mir-Wochen“, die bis 12. August stattfinden. Vier Betreuerinnen kümmern sich von Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr um Kinder, deren Eltern berufstätig oder alleinerziehend sind. Die Woche kostet 53 Euro. „Bis jetzt hat das gut geklappt. Wenn sich Eltern aber eine Veränderung wünschen, dann bin ich offen, mir eventuell zusammen mit der Nachbargemeinde Brixen etwas Neues einfallen zu lassen“, verspricht die Bürgermeisterin.
In Waidring müssen berufstätige Eltern auf die Unterstützung der Großeltern hoffen. Die Kinderkrippe im Ort hat nämlich nur am Dienstag und Mittwoch bis 17 Uhr geöffnet. In der Gemeinde gibt es zwar auch noch einen Sommerkindergarten, doch dieser schließt um 13 Uhr und kostet 23 Euro pro Kind und Woche.
Auch in Itter gibt es einen Haken, was den Sommerkindergarten betrifft. „Er ist drei Wochen lang zu“, sagt Bürgermeister Josef Kahn. Außerdem schließt der Kindergarten um 13 Uhr, Ausnahme ist der Donnerstag mit 17 Uhr. Zumindest gibt es – neben den „Spiel-mit-mir-Wochen“ bis 12. August – ein sportliches Zuckerl für alle Itterer Kinder: die Erlebniswoche vom 16. bis 19. August von 9 bis 17 Uhr (Freitag bis 15 Uhr), bei der 6- bis 14-jährige Kinder mitmachen können. Kosten: zwischen 48 und 56 Euro.
Trotz mancher Lücken im Sommer steht der Bezirk Kitzbühel in Sachen Tagesbetreuung während des Schuljahres tirolweit am besten da. Eine Statistik der Kinderbetreuungseinrichtungen in Tirol zeigt: Im Bezirk sind derzeit 2378 Kinder entweder in einer Kinderbetreuungseinrichtung, einer Kinderspielgruppe, der schulischen Nachmittagsbetreuung oder bei Tageseltern gut aufgehoben. Das sind 281 betreute Kinder mehr als vor sechs Jahren. In den vergangenen sechs Jahren hat sich überdies die Zahl der Schulstandorte mit Tagesbetreuung verzehnfacht, die Zahl der betreuten Kinder ist von sechs auf 241 und damit um das Vierzigfache gestiegen.
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