Türkei - Ex-Luftwaffenkommandant dementiert Verwicklung in Putsch
Ankara (APA/AFP/dpa) - Der frühere Kommandant der türkischen Luftwaffe, Akin Öztürk, hat eine Verwicklung in den gescheiterten Putschversuch...
Ankara (APA/AFP/dpa) - Der frühere Kommandant der türkischen Luftwaffe, Akin Öztürk, hat eine Verwicklung in den gescheiterten Putschversuch bestritten. „Ich bin nicht derjenige, der den Putsch geplant oder angeführt hat“, erklärte er laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Montag vor Gericht. Er wisse nicht, wer hinter dem Umsturzversuch stecke.
Öztürk erschien vor dem Gericht in Ankara mit 26 anderen Generälen und Admirälen, die ebenfalls wegen ihrer mutmaßlichen Unterstützung des Putsches festgenommen wurden. Der Ex-Luftwaffenkommandant gilt als einer der Hauptbeschuldigten.
Eine Gruppe von Militärs hatte in der Nacht zu Samstag vergeblich versucht, die Macht im Land zu übernehmen. Nach der Niederschlagung des Umsturzversuchs kündigte Präsident Recep Tayyip Erdogan ein hartes Vorgehen gegen die Putschisten sowie die „Säuberung“ der Armee an. Inzwischen wurden nach Regierungsangaben mehr als 7500 Verdächtige festgenommen, unter ihnen ranghohe Soldaten sowie Staatsanwälte, Richter und Polizisten. Zudem entließ die Regierung fast 9000 Bedienstete des türkischen Innenministeriums, vor allem Polizisten und Gendarmen.
Auch am Montag gab es mehrere Razzien, unter anderem auf dem NATO-Luftwaffenstützpunkt Incirlik im Süden des Landes. Sieben türkische Soldaten seien dabei festgenommen worden, meldete Anadolu. Die türkischen Behörden hatten nach dem gescheiterten Putsch bereits einen General und ein dutzend Verdächtige in Incirlik festgenommen, die die Umstürzler unterstützt haben sollen.
Öztürk und andere festgenommene Generäle wurden am Montag der Öffentlichkeit wie geprügelte Hunde vorgeführt. In der Polizeistation, wo sie Namen und Rang verkünden mussten, lief eine Kamera mit, das Video wurde von Anadolu verbreitet. Fast alle Männer, auch Öztürk, wiesen blutige Spuren auf.
Kommentare