Türkei - Türkischer Verband Atib: Todesstrafe „völlig inakzeptabel“
Wien (APA) - Die Türkisch Islamische Union (ATIB), der größte religiöse Verband von Türken in Österreich, hat sich klar gegen die Wiedereinf...
Wien (APA) - Die Türkisch Islamische Union (ATIB), der größte religiöse Verband von Türken in Österreich, hat sich klar gegen die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei ausgesprochen. „Nein, das ist völlig inakzeptabel. Im Jahr 2016 braucht man nicht über die Einführung der Todesstrafe reden“, sagte ATIB-Vorstandsmitglied Metin Akyürek am Dienstag im Ö1-Morgenjournal.
Zum umstrittenen Vorgehen der türkischen Regierung gegen mutmaßliche Putschisten sagte Akyürek, dass „rechtsstaatliche Verfahren die Geschehnisse klären“ sollen. Man müsse aber berücksichtigen, dass in der Türkei zwei Tage nach dem gescheiterten Putschversuch „Ausnahmezustand herrscht“. Doch sei ATIB als religiöse Organisation „nicht befugt, politische Geschehnisse in der Türkei zu kommentieren“, unterstrich Akyürek, aus dessen Verband auch der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ibrahim Olgun, stammt.
Kritisch äußerte sich Akyürek zu den umstrittenen Pro-Erdogan-Demonstrationen am Wochenende, die von der österreichischen Politik, aber auch von türkischen Vereinen verurteilt worden waren. „Wir unterstützen überhaupt keine Bewegung, die Politik und Religion mischt“, betonte er. Es solle „demokratisch Widerstand geleistet“ werden, so Akyürek.
Akyürek betonte, dass sich ATIB um die Integration von Türken in Österreich bemühe. So biete der Verein Deutschnachhilfe im schulischen Bereich oder Berufseinsteigerkurse an. „Unsere Bemühungen reichen weit über die religiösen Aktivitäten hinaus“, sagte das Vorstandsmitglied.
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