Innsbruck

Buwog-Deal geht in die finale Phase

Allein 700 der 1200 zu Verkauf stehenden Buwog-Wohnungen sind in Innsbruck. Der Poker um die Veräußerung spitzt sich zu.
© Thomas Böhm

Nächste Woche sollen die Weichen für den Verkauf von 1200 Wohnungen in Innsbruck und Umgebung gestellt werden. Alles ist streng geheim.

Innsbruck –Das Wiener Wohnungsunternehmen „Buwog“ gibt sich zurückhaltend. Die Angebote werden derzeit geprüft, mit einer Entscheidung sei im Herbst zu rechnen, sagt Buwog-Presse­betreuer Thomas Brey. Nachsatz: Ein neues Angebotsverfahren werd­e es nicht geben. 1200 Mietwohnungen sollen bekanntlich veräußert werden, rund 700 davon in Innsbruck. Stadt Innsbruck und die gemeinnützige Neue Heimat haben sich dafür interessiert, konnten aber im Bieterverfahren preislich nicht mithalten und schieden im März aus.

Hinter den Kulissen brodelt jedoch derzeit der Wohnungsmarkt, offenbar plant die „Buwog“ nächste Woche die entscheidende Weichenstellung. Ein nicht nur konsequentes, sondern mit einer Geldbuß­e behaftetes Stillhalteabkommen, sollt­e es gebrochen werden, soll das Verfahren schützen. Außer­dem ist Buwog-Presse­sprecher Thomas Brey nichts darüber bekann, dass Ende Jul­i die Angebotsphase in ein­e richtungs­weisende Phase tret­e. Nur das dürfte sehr wohl der Fall sein.

Wie viele Unternehmen noch um das Immobilienpaket rittern, darüber gibt es lediglich Spekulationen. Offenbar sollen es zwei bzw. drei sein. In der Branche ist davon die Red­e, dass mindestens zwei Interessenten ihren Firmensitz in Tirol haben. Die Mietpreise unterliegen den Wohnungsgemein­nützigkeitsgesetz, die entscheidende Frag­e ist deshalb, welchen Nutzen der Käufe­r daraus zieht. Das heizt zusätzlich­e Mutmaßungen an.

Zum einen würden die 1200 Mietwohnungen gut in das Portfolio einer gemein­nützigen Bauvereinigung passen, andererseits könnten sie ein Investment sein. Aber nur bedingt, weil die Renditen aus den Mieten nur marginal sind. Vielmehr dürfte der Buwog-Deal für private Immobilienfirmen eher ein strategisches Investment in Innsbruck sein. Vielleicht mit der Absicht einer nachträglichen Privatisierung der Wohnungen.

In den nächsten zwei Woche­n, so heißt es, werden die verbliebenen Angebote noch einmal unter die Lup­e genommen und dann mit dem „Bestbiete­r“ die Ver­handlungen aufgenommen. Sollten sich aus dem Verkauf die angepeilten wirtschaftlichen Vorteile für die Buwog ergeben, dürften im Herbst 1200 Mietwohnunge­n endgültig den Besitzer wechseln. (pn)