Zeitung: Tschechischer Politiker Hasek erfand Pressesprecherin
Prag (APA) - Der Vorsitzende der südmährischen Regionalregierung, Michal Hasek, hat nach Angaben der Tageszeitung „Mlada fronta Dnes“ (Diens...
Prag (APA) - Der Vorsitzende der südmährischen Regionalregierung, Michal Hasek, hat nach Angaben der Tageszeitung „Mlada fronta Dnes“ (Dienstag-Ausgabe) seit Jahren eine nicht existierende Sprecherin, deren Name Lucie Proutnikova erfunden war. Tatsächlich verbirgt sich angeblich die kontroverse PR-Lobbyistin Jana Mrencova hinter diesem Namen.
Mrencova war kürzlich zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, weil sie Journalisten angeblich Schmiergeld angeboten hatte. „Ich habe keine Ahnung, wer das ist“, reagierte Hasek auf eine Frage zu Lucie Proutnikova, die seit Jahren in den Medien für Hasek spricht. „Niemand mit diesem Namen sitzt in meinem Sekretariat oder in der Presseabteilung“, fügte er hinzu. Noch vor einem Monat kommentierte jedoch Hasek via Proutnikova die laufenden Besitzrückgaben an die Kirche.
Nach Angaben der Zeitung steht hinter dem Namen Proutnikova die umstrittene Lobbyistin Mrencova, die im April wegen angeblicher Bestechung zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt wurde. Laut dem noch nicht rechtskräftigen Urteil soll Mrencova 25.000 Kronen (925 Euro) von einem kommunalen Politiker für die Beeinflussung von Journalisten gefordert haben.
Mrencova selbst bekennt sich nicht zum Namen Proutnikova. „Sie haben wirklich falsche Informationen. Politik mache ich nicht“, sagte Mrencova gegenüber der Zeitung. Hasek will Mrencova auch nicht näher kennen. „Ich denke, dass ihre Firma in der Vergangenheit irgendwelche Medienschulungen für Beamte gemacht hat“, so Hasek. Nach Angaben der Zeitung bestellte Hasek beim Partner Mrencovas PR-Dienstleistungen im Wert von 400.000 Kronen für die kommenden Regionalwahlen im Herbst.
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