Bezirk Schwaz

Bürgermeister will Schulzeit für Asylwerber verlängern

Schwazer Bürgermeister fordert weitere verpflichtende Schuljahre für minderjährige Flüchtlinge. Um so mehr Integration zu schaffen.

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz –In Sachen Integration macht den Schwazern im Bezirk keiner so schnell etwas vor. Neben der tatkräftigen Aufnahme von Flüchtlingen zeichnet sich die Bezirkshauptstadt vor allem durch die vielseitige Integration in den Alltag aus.

„Allein im Mai wurden 65 Asylwerber bei der Stadtgemeinde für einen Drei-Euro-Job angestellt“, betont BM Hans Lintner. Er setzt vor alle­m auf die Integrationsbeauftragt­e Günser Han, die sich um die Anliegen der Flüchtling­e und Asyl­berechtigten kümmert – die TT berichtete. „Die besonder­e Herausforderung liegt jedoch darin, wie wir Jugendliche in soziale Strukturen und Unterrichts­einheiten unterbringen können“, sagt BM Lintner.

Im kommenden Schuljahr dürfen sich 20 bis 25 minderjährige Asylwerber über einen Platz in der Schwazer Handelsschule freuen. Die geschaffene Übergangsklasse sei laut dem Stadtchef ein wichtiger Fortschritt, aber noch zu wenig: „Wir haben im Raum Schwaz mehr als 50 Kinder, die das bräuchten.“ Als zusätzliches Dilemma sieht er die Deutschkurse. Das Angebot sei toll, aber eben freiwillig. „Ob man den Deutschkurs macht oder nicht, man erhält die gleichen Mittel“, erklärt Lintner. Für ihn wäre es sinnvoll, hier Anreize zu schaffen. Ein verpflichtender Deutschkurs, um die Fördermittel zu erhalten, sei keine schlechte Idee.

Weiters fordert Lintner beim Land Tirol die Möglichkeit, dass für junge Asylwerber ein zusätzliches Jahr in den Polytechnische­n Schulen angeboten wird. Denn Flüchtlingskinder über 15 Jahren würden so durch das Raster fallen und keine schulische Pflichtausbildung erhalten. „Wir haben für diese Gruppierung kein Schulprogramm. Ein 10. und 11. Schuljahr wäre für sie wichtig. Die Kapazitäten sind da, und die Bereitschaft denke ich auch, zumindest was Schwaz angeht“, erklärt Lintner. Daz­u brauche es aber entsprechende Regelungen auf Bundesebene. Er habe diese Idee bereits beim Land Tirol deponiert, es gehe darum, mehr Übergangsklassen und Lehrwerkstätten zu realisieren.