Neues Logo für Dachmarke Reutte bleibt noch geheim
Seit einem Jahr wird an einem Corporate Design gearbeitet, das TVB und Unternehmen gemeinsam nutzen könnten. Plansee winkt bereits ab.
Von Helmut Mittermayr
Reutte –Ronald Petrini ist geradezu euphorisch. Beim Geschäftsführer des Tourismusverbandes Naturparkregion Reutte kommt Pionierstimmung auf. Ein Markenentwicklungsprozess, der in Tirol als Pilotprojekt gesehen wird, biegt in die Zielgerade. Seit über einem Jahr wird an einer Dachmarke gearbeitet, die weit über den ureigensten Kreis des TVB hinausstrahlen soll. Die Entscheidungsträger des TVB, der Marktgemeinde Reutte, der Umlandgemeinden, Vertreter einiger größerer Unternehmen wie Plansee und weitere Leistungsträger haben sich darauf verständigt, wofür die Region Reutte steht und wohin sie sich entwickeln soll. Petrini selbst hat die „Bewegung“ losgetreten, erschien ihm doch das verwendete Design „altbacken und in die Jahre gekommen“.
In den Prozess war auch maßgebend die Regionalentwicklung Außerfern mit Günther Salchner eingebunden. Der Innsbrucker Markenentwickler Robert Trasser sowie die Agentur für Kommunikationsdesign Jäger & Jäger aus Überlingen begleiteten die Reuttener und „brachten die notwendige Außensicht“, erklärt Petrini, der von einem zu erwartenden Paukenschlag spricht, wenn das Ergebnis erst präsentiert werden wird – im Spätherbst. Denn publik machen will Petrini das neue Reutte-Design noch keineswegs. „Der Prozess ist nicht abgeschlossen. Onlinewerbung, Website, Merchandising – das muss alles punktgenau gestartet werden. Auch Fragen wie Markenschutz werden erst geklärt. Ich bitte um Verständnis, eine Vorveröffentlichung würde mich ins Herz treffen.“
In Reutte haben den zentrale grafischen Entwurf, auf den man sich geeinigt hat, trotzdem schon viele gesehen, da er ja längst intern präsentiert werden musste. Wie bei jeder Neuerung gehen die Ansichten auseinander – von Begeisterung und „so etwas Tolles war noch nie da“ bis weniger freundlich – „Buchstabenrätsel“. Gerade das Logo mit den beiden kleingeschriebenen Silben „reu“ und „tte“ auf zwei Zeilen verteilt sorgt für Aufregung. Kritiker behaupten gar, sie könnten nur „Reue“ lesen, und diese werde sich auch bald einstellen.
„Das gesamte Projekt kostet 95.000 Euro. Über 70 Prozent sind von Landesseite gefördert, uns bleiben nur 25.000 zu finazieren“, freut sich TVB-Obmann Hermann Ruepp. Obwohl der Tourismusverband weiterhin Naturparkregion Reutte heißen wird, kommt das Wort Naturpark im Logo nicht mehr vor. Schließlich soll es ja auch für Unternehmen und andere Interessierte wie die Marktgemeinde nutzbar sein. „Vom Bäcker bis zu Plansee könnte es in Einsatz kommen“, ist Ruepp zuversichtlich.
Diesen Gefallen wird ihm zumindest Plansee-CEO Michael Schwarzkopf nicht machen. „Das wird sicher nicht geschehen. Das schließe ich aus. Wir haben ein Corporate Design, ein zweites macht überhaupt keinen Sinn. Auch die Regionsbezogenheit spielt bei unserer internationalen Konzernausrichtung keine Rolle.“ Schwarzkopf bringt dafür das groteske Beispiel eines Plansee-Kundenbriefverkehrs zwischen den USA und Japan mit Reutte-Logo ins Spiel.
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