Hypo-Prozess um Fairness-Opinion - Berlin: „Ich war neu in der Bank“

Klagenfurt (APA) - Im Hypo-Prozess um die Fairness-Opinion am Klagenfurter Landesgericht ist am Dienstag die Einvernahme des Investors und E...

Klagenfurt (APA) - Im Hypo-Prozess um die Fairness-Opinion am Klagenfurter Landesgericht ist am Dienstag die Einvernahme des Investors und Ex-Hypo-Vorstands Tilo Berlin fortgesetzt worden. Er wies die Verantwortung für die Vorgänge im Jahr 2007 weiterhin von sich. Er sei zum damaligen Zeitpunkt neu in der Bank und über die Projekte nicht informiert gewesen, sagte Berlin.

Berlin, die ehemaligen Bankmanager Wolfgang Kulterer und Josef Kircher sowie der Investmentbanker Heinrich Pecina sind der Untreue angeklagt. Sie sollen im Jahr 2007 der Hypo einen Schaden von 4,3 Mio. Euro zugefügt haben. Laut Anklage soll Pecinas Vienna Capital Partner (VCP) eine Fairness-Opinion, die im Zusammenhang des Verkaufs der Anteile der damaligen Hypo-Bank Alpe Adria an die Bayerische Landesbank erstellt werden musste, über Scheinrechnungen mit der Hypo abgerechnet habe.

Unter den Projektnamen „Adam“, „Klammer“ und „Floating“ wurden die Forderungen der VCP eingereicht. Diese Bezeichnungen seien von der VCP gekommen, sagte Berlin. In der Bank seien diese nicht bekannt gewesen. „Klammer“ sei die Fairness Opinion, die der Hypo von der VCP verkauft, aber von der HSBC erstellt worden sei, gewesen. Die beiden anderen Namen habe er das erste Mal mit der Rechnungslegung gesehen, so Berlin, der mit 1. Juni 2007 Bank-Vorstandschef wurde.

Pecina hingegen hatte in seinem Geständnis angegeben, dass es diese Projekt gar nicht gegeben habe und er die Namen von der Hypo mit der Aufforderung, Scheinrechnungen zu stellen, bekommen habe.

Auf die Frage von Staatsanwalt Norbert Ladinig, ob er über die genannten Projekte schriftliche Unterlagen gesehen oder solche angefordert habe, antwortete Berlin, es sei vieles nicht dokumentiert gewesen und die Geschäftsbeziehung zu Pecina sei sehr stark über Kulterer gelaufen.

Ob er wisse, was die Fairness Opinion gekostet habe, wollte der Staatsanwalt dann wissen. Es habe die Regelung gegeben, dass man Pecina beziehungsweise der VCP die Gesamtsumme - auch aus anderen Projekten - von 4,3 Mio. Euro geschuldet habe und dass diese zu begleichen gewesen sei. Damit hätten alle Geschäftsbeziehungen mit der VCP beenden werden sollen.

Unklarheiten gab es dann über zwei verschiedene Eingangsstempel auf einer Rechnung der VCP. So enthielt sie das Datum 17. Dezember des Büro Berlins, vom Rechnungswesen jedoch den 11. Jänner. Das konnte sich der Ex-Banker nicht erklären. Rückdatierungen von Eingangstempeln seien nicht üblich, meinte er.

Die Hauptverhandlung wurde am Nachmittag fortgesetzt.

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