Zinsen bremsen Bausparen, viel mehr Kredite
Innsbruck – Die Tiefstzinsen treffen auch die vier österreichischen Bausparkassen: Die Zahl der neu eröffneten Bausparverträge lag mit 386.1...
Innsbruck –Die Tiefstzinsen treffen auch die vier österreichischen Bausparkassen: Die Zahl der neu eröffneten Bausparverträge lag mit 386.184 Verträgen unter dem Vorjahreswert von über 400.000, die gesamten Einlagen der 4,9 Millionen Bausparer sanken von 20,7 auf 20,3 Mrd. Euro. Um 30 Prozent auf 1,33 Mrd. Euro kräftig gestiegen ist hingegen die Nachfrage nach Bauspar-Finanzierungsleistungen, in Summe ist der Darlehensbestand um 2 Prozent auf 19,1 Mrd. Euro gewachsen.
Mit 0,5 Prozent Bausparzinsen plus 1,5 Prozent staatlicher Prämie (über die Laufzeit also in Summe über 0,9 Prozent Verzinsung) sei man noch „Einäugiger unter den Blinden“, sagte gestern der Vorstandsvorsitzende der S-Bausparkasse, Josef Schmidinger, anlässlich eines Tirol-Besuchs gegenüber der TT. Bei der Finanzierung könne man 2,5 Prozent garantiert auf 20 Jahre (für Wohnraum, Bildung oder Pflege) bieten, in Kombination mit einem Sparkassen-Bankdarlehen (dazu noch die Wohnbauförderung) liege man zurzeit bei nur 2 Prozent. In Tirol hat die S-Bausparkasse heuer bis Ende Juni 10.668 neue Bausparverträge eröffnet (insgesamt fast 109.000 laufende Verträge), die Finanzierungsleistung nahm um 33 Prozent auf 43 Mio. Euro zu (in Summe haften 686 Mio. Euro Ausleihungen aus), sagt Landesdirektor Christian Frisch.
Sehr positiv findet Schmidinger, dass Tirol sowohl bei den bewilligten als auch bei den fertig gestellten Wohnungen und Häusern (5600 Einheiten) gemessen an der Bevölkerung an der absoluten Spitze liege. In Tirol seien im Vorjahr pro 1000 Einwohner 10,4 Wohnungen bewilligt worden, in Wien (das bevölkerungsmäßig am stärksten wächst) nur 6,8 Wohnungen. Für Schmidinger „wird Tirol zur Großstadt“. Denn mit knapp 35 Prozent Einfamilienhäusern liege Tirol unter dem Durchschnitt (bundesweit 42 Prozent), hingegen mit 2-Wohnungs-Häusern (19 gegenüber 12 Prozent) sowie 3- bis- 9-Wohnungs-Häusern (29 gegenüber 17 Prozent) weit über dem Durchschnitt. Beim Bundessanierungsscheck und dem Handwerkerbonus hinke Tirol dagegen hinterher. (va)
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