Diversitätsbericht

Telfer Bevölkerung wird immer vielfältiger

?Der Fokus in Telfs muss auf chancengleichem Zugang zu Bildung, Arbeitsmarkt und Sozialleben liegen?, sagt die Integrationsbeauftragte Edith Hessenberger?.
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Telfs – Zehn Jahre ist es her, seit der erste „Diversitätsbericht“ der Marktgemeinde Telfs unter dem Titel „Miteinander Zukunft“ vom damalig...

Telfs – Zehn Jahre ist es her, seit der erste „Diversitätsbericht“ der Marktgemeinde Telfs unter dem Titel „Miteinander Zukunft“ vom damaligen Integrationsbeauftragten Ewald Heinz veröffentlicht wurde. Seit 2013 ist seine Nachfolgerin Edith Hessenberger für den Bericht zuständig, der die demografische Vielfalt von Telfs und den Stand der Integrationsbemühungen dokumentiert.

Seit 2006 ist die Telfer Bevölkerung nochmals deutlich vielfältiger geworden. Insgesamt 17 Prozent der Bevölkerung haben eine ausländische Staatsbürgerschaft. 6 Prozent sind türkische, 3 Prozent deutsche und 1 Prozent bosnische Staatsangehörige. Besonders unter den ehemaligen „Gastarbeitern“ aus der Türkei und Ex-Jugoslawien haben viele Menschen die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen. Schätzungsweise hat heute etwa ein Viertel der Bevölkerung in Telfs einen persönlichen oder familiären Bezug zur Arbeitsmigration der 1970er- und 1980er-Jahre.

In Telfs leben inzwischen Menschen aus 84 Nationen. Mindestens ein Drittel der Bevölkerung ist mit mehr als einer Sprache aufgewachsen bzw. pflegt eine andere Familiensprache als Deutsch. Die Bürger von Telfs gehören 20 verschiedenen Religionsgemeinschaften an, 60 Prozent von ihnen sind katholisch, 20 Prozent muslimisch und 11 Prozent ohne Bekenntnis.

Die Eröffnung des Flüchtlingsheims 2012 hat diese Diversität noch ein wenig erhöht. Aktuell sind etwa 70 Asylwerber in Telfs untergebracht. Telfs zählt übrigens auch zu den demografisch jüngsten Gemeinden Österreichs: Ein Drittel der Bevölkerung ist jünger als 25 Jahre. Zugleich ist diese Bevölkerungsgruppe besonders heterogen.

„Auf lokaler Ebene ist das Zusammenleben insgesamt sehr konfliktfrei“, bilanziert Hessenberger, wobei nationale Diskurse über das Thema Flucht und Migration natürlich auch in Telfs das Klima mitprägen würden.

Sinn des Diversitätsberichtes sei es, aufzuzeigen, in welche Richtung die lokalpolitischen Bemühungen im Bereich Integrationsarbeit gehen sollen: Zentral sind aus der Sicht von Hessenberger „gezielte Angebote im Jugend- und Bildungsbereich“. Dabei gelte es auch, Mehrsprachigkeit verstärkt als Ressource zu begreifen und zu nützen.

Kaum noch Thema sei das Minarett, dessen Bau Teile der Bevölkerung verunsichert hatte – und Mitgrund für die Erstellung des ersten Diversitätsberichtes war. (TT, md)