Osttirol

Neue Partnerschaft setzt Impulse

Präsentierten das Pilotprojekt: Bezirkshauptfrau Olga Reisner, Manfred Riedl (Leiter des Sachgebiets Landesstatistik und tiris), Landesrat Johannes Tratter und RMO-Obmann Dietmar Ruggenthaler (von links).
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In Osttirol wird ein Pilotprojekt zur Perspektivenentwicklung und Daseinsvorsorge eingeläutet.

Von Claudia Funder

Sillian –Osttirol hat seit Jahrhunderten Erfahrung mit Abwanderung. Der zusätzliche Bevölkerungsrückgan­g aufgrund der sinkenden Geburtenzahlen wird aber zusehends zum Kraftakt. Die regionale Prognose 2030/2050 der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK) zeige, dass der demographische Wandel ein zentrales Thema bleiben wird, erklärte Landesrat Johannes Tratte­r gestern im Rahmen eines Pressegesprächs in Sillian. Für die Herausforderungen in der Aufrechterhaltung der Infrastrukturen gilt es sich zu rüsten. Denn mit dem Sinken der Einwohnerzahl wird auch der finanzielle Spielraum für die Gemeinden kleiner.

Das Land Tirol nimmt an der Partnerschaft „Strategien für Regionen mit Bevölkerungsrückgang“ der ÖROK teil. Mit Bereitstellung der Mittel wurde der Bezirk Lienz – vom Bevölkerungsrückgang besonders betroffen – als einzige Region in Tirol für ein Pilotprojekt ausgewählt.

„Das Regionsmanagement Osttirol (RMO) wird in den Jahren 2017/18 entsprechende Aktivitäten durchführen“, verrät Tratter. Eine Befragung soll Motive der Abwanderung eruieren, aber auch Möglichkeiten einer Rückkehr nach Osttirol beleuchten. Die Entwicklung von gemeindeübergreifenden Projektideen zur Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge ist ebenso Thema, etwa hinsichtlich Kinderbetreuung und der Forcierung mobiler Dienstleistungen.

Nach Abschluss der beiden Projektjahre sollen ein Strategiepapier und ein konkreter Leitfaden, sprich praxisgerechte Vorschläge für die Region, auf dem Tisch liegen, um zielgerichtet Nägel mit Köpfen machen zu können.

Langfristig soll „Selbsthilfe“ greifen, bringt es Manfred Riedl, Leiter des Sachgebiets Landesstatistik und tiris, treffend auf den Punkt.

„Zukunftsperspektive ist, dass wir uns als Region eigenständig organisieren und entwickeln können“, betont RMO-Geschäftsführer Michael Hohenwarter, der ergänzt, dass die vom Land bereitgestellten Mittel – 40.000 Euro – mittels Leader-Instrumentarien angehoben werden sollen.

Bezirkshauptfrau Olga Reisner begrüßt die Partnerschaft und stellt klar: „Ich erwarte mir vor allem für Junge und Frauen Impulse, die für die Region wahrnehmbar sind.“