Würzburg: Familienministerin pocht auf Integration junger Flüchtlinge
Würzburg (APA/AFP) - Nach der Attacke von Würzburg hat die deutsche Familienministerin Manuela Schwesig auf eine umfassenden staatlichen Bet...
Würzburg (APA/AFP) - Nach der Attacke von Würzburg hat die deutsche Familienministerin Manuela Schwesig auf eine umfassenden staatlichen Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlingen gepocht. „Ich hoffe, dass Debatten, die Standards für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge abzusenken oder sie sogar ganz aus der Kinder- und Jugendhilfe rauszunehmen, jetzt ein Ende haben“, sagte Schwesig am Dienstag in Berlin.
Stattdessen müsse in eine andere Richtung gedacht werden: „Was müssen wir tun, dass auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in unserem Land gut integriert werden?“ Kinder und Jugendliche, die ohne Begleitung nach Deutschland geflüchtet seien, dürften nicht sich selbst überlassen werden, fügte die Sozialdemokratin hinzu.
Städte und Gemeinden hatten über hohe Kosten durch die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen geklagt. Bayerns Finanzminister Markus Söder von der CSU hatte gefordert, junge Flüchtlinge von den Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe auszuschließen.
Am Montagabend hatte ein 17-jähriger Afghane, der vor etwa zwei Jahren als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen war, Fahrgäste in einem Regionalexpress angegriffen. Mindestens fünf Menschen wurden schwer verletzt. Die Behörden prüfen einen islamistischen Hintergrund.
„Wir wissen noch zu wenig über die Vorfälle in Würzburg, um abschließend Urteile bilden zu können“, sagte Schwesig. Sie betonte aber, dass die von der deutschen Bundesregierung unterstützten Präventionsprogramme im Bereich des Islamismus auch minderjährigen Flüchtlingen offen stünden. Sicherheitsbehörden hatten immer wieder davor gewarnt, dass gerade alleine nach Deutschland geflohene Kinder und Jugendliche in die Fänge von Salafisten und anderen radikalislamischen Gruppen geraten könnten.
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