SPD-Abgeordneter Hartmann verzichtet auf erneute Bundestagskandidatur
Berlin (APA/AFP) - Der wegen Drogen-Vorwürfen und der Edathy-Affäre in die Schlagzeilen geratene SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann ...
Berlin (APA/AFP) - Der wegen Drogen-Vorwürfen und der Edathy-Affäre in die Schlagzeilen geratene SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann will nicht wieder für den Bundestag kandidieren. Er werde sich nach Ablauf der Wahlperiode im nächsten Jahr nicht erneut um ein Mandat bewerben, schrieb der 53-Jährige in einem Brief an die SPD-Mitglieder in seinem Wahlkreis.
Obwohl er „faktisch unbelastet“ sei, könne er „nicht mehr frei in einen Wahlkampf gehen“, schrieb Hartmann in dem Brief. „Denn all die falschen Berichte und Vorverurteilungen haben sich in zu vielen Köpfen festgesetzt. Über das Schreiben hatte zunächst die Ludwigshafener „Rheinpfalz“ berichtet.
Gegen Hartmann hatte 2014 die Staatsanwaltschaft wegen des Besitzes geringer Mengen der Droge Crystal Meth ermittelt. Es kam zwar nicht zu einer Anklage, er trat aber vom Amt des innenpolitischen Sprechers der SPD-Fraktion zurück.
Im Zuge der Kinderporno-Affäre um den früheren SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy zog Hartmann den Verdacht auf sich, seinen Kollegen mit Informationen aus Sicherheitskreisen über die laufenden Ermittlungen versorgt zu haben. Edathy hatte dies behauptet. Hartmann bestritt die Vorwürfe, verwickelte sich aber in Widersprüche und verweigerte schließlich vor dem Edathy-Untersuchungsausschuss des Bundestages die Aussage. Er zog sich damit Unmut auch aus der eigenen Partei zu.
In der Edathy-Affäre bestritt Hartmann in dem Schreiben an seine Parteifreunde alle Vorwürfe. Zwei Staatsanwaltschaften hätten unabhängig voneinander festgestellt, dass ihn keinerlei Schuld treffe. „Versagt habe ich allerdings, als ich für kurze Zeit Hilfe bei Drogen gesucht habe“, räumte er zugleich ein.
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