Zürcher Börse schließt im Minus

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag im Minus beendet. Der SMI erholte sich allerdings vom Tagestief ...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag im Minus beendet. Der SMI erholte sich allerdings vom Tagestief und dämmte die Verluste im Laufe des Nachmittags wieder etwas ein. Wichtige US-Unternehmen hätten mit Zahlen überzeugt, lautete ein Marktkommentar. Somit zeige sich einmal mehr, dass die US-Wirtschaft intakt sei und ordentlich wachse.

In Deutschland hatten am Vormittag dagegen negative Konjunkturerwartungen - insbesondere im Zusammenhang mit dem Brexit - laut ZEW-Index die Stimmung getrübt.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial kam am Dienstag bis zum Europaschluss kaum vom Fleck. Die Anleger an der Wall Street hielten sich nach den Rekordläufen von Dow und S&P-500-Index erst einmal wieder zurück, hieß es am Markt. Die zuletzt gute Performance an den europäischen Börsen habe ohne positive Bestätigung nicht fortgesetzt werden können, so ein Händler. Nach dem Stillstand der vergangenen beiden Handelstage könne der Rücksetzer nun technische Gründe haben, und die Anleger würden Gewinne mitnehmen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,61 Prozent tiefer bei 8111,48 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gab 0,69 Prozent auf 1200,42 Zähler ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,53 Prozent auf 8791,30 Punkte.

Gesprächsthema waren nach Halbjahreszahlen Novartis (-0,3 Prozent), welche die phasenweise deutlich höheren Verluste bis zum Schluss noch klar eindämmten. Ein vorsichtiger formulierter Ausblick war am Markt zunächst überrascht aufgenommen worden. Im ersten Semester hat Novartis indes einen leicht geringeren Umsatz und operativen Gewinn erzielt, jedoch die Analystenschätzungen übertroffen. Insgesamt wurde das Ergebnis daher gemischt interpretiert.

Der zweite schwergewichtige Pharmatitel Roche (-1,1 Prozent) kostete den Leitindex einige Punkte, Nestlé (-0,5 Prozent) gaben moderater ab.

Kühne+Nagel (-0,1 Prozent) hielten sich nach Zahlen besser als der Gesamtmarkt. Der Logistikkonzern hat im ersten Halbjahr bei rückläufigem Umsatz die Profitabilität gesteigert, und der Bruttogewinn legte deutlich zu. Auch für das zweite Halbjahr rechnet das Unternehmen mit anhaltender Dynamik bei Volumen und Ertrag.

Größte Verlierer waren dagegen Givaudan (-2,9 Prozent). Am Vortag hatten die Titel nach einem erfolgreichen Halbjahr das größte Plus verbucht, und Gewinnmitnahmen wurden am Dienstag als Grund für die Abgaben genannt. Die Analysten der Deutschen Bank und Barclays haben das Kursziel angehoben, Exane BNP senkte jedoch die Bewertung auf „Neutral“ von „Outperform“.

Auch die Uhrenwerte Swatch (-2,1 Prozent) und Richemont (-2,3 Prozent) bauten die Abgaben im Handelsverlauf immer weiter aus. Bei Swatch sind die Anpassungen nach der Gewinnwarnung vom vergangenen Freitag noch nicht durch und die Royal Bank of Canada hat das Kursziel gesenkt. Die Bewertung bleibt jedoch „Outperform“.

Ein Minus von über 2 Prozent verbuchten sonst noch LafargeHolcim (-2,9 Prozent), aber auch Adecco (-1,7 Prozent) und Dufry (-1,5 Prozent) gaben ordentlich ab.

Bei SGS (-0,8 Prozent) ging es weiter abwärts, nachdem die Titel am Vortag nach der Zahlenvorlage um fast 5 Prozent eingebrochen waren. Von Analystenseite wurden im Nachgang die Kursziele von Jefferies und CS nach unten angepasst. Baader Helvea erhöhte dagegen.

ABB (+1,2 Prozent) profitierten dagegen von Aufträgen in China im Umfang von mehr als 300 Millionen US-Dollar. Im Plus schlossen zudem noch Schindler (+1,1 Prozent), Geberit (+0,5 Prozent) und Syngenta (+0,4 Prozent).

~ ISIN CH0009980894 ~ APA539 2016-07-19/18:31