Würzburg-Attacke - Warnungen vor Generalverdacht gegen Flüchtlinge

Würzburg (APA/AFP) - Flüchtlingshelfer und Betreuer in Deutschland haben nach dem Axt-Attentat von Würzburg vor einem Generalverdacht gegen ...

Würzburg (APA/AFP) - Flüchtlingshelfer und Betreuer in Deutschland haben nach dem Axt-Attentat von Würzburg vor einem Generalverdacht gegen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gewarnt. Eine Gefahr könne genauso gut von Menschen ausgehen, die in Deutschland geboren oder aufgewachsen seien, sagte Niels Espenhorst vom Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (Bumf) am Mittwoch im ZDF-“Morgenmagazin“.

Den Jugendlichen müsse vertraut werden. Deutschland schütze sich nicht vor Terror, indem Misstrauen geschürt werde.

„Wir können nur davor warnen, jetzt die unbegleiteten Minderjährigen als Gruppe unter Terrorverdacht zu stellen“, sagte zuvor auch der Bumf-Vorsitzende Tobias Klaus der Zeitung „Die Welt“. Wichtig sei vielmehr jetzt, „unsere guten Betreuungsstandards wieder voll anzuwenden und nicht abzubauen“, warnte Klaus im Hinblick auf entsprechende Bestrebungen der bayrischen Landesregierung. Die beste Prävention sei „gute Betreuung mit gut ausgebildeten Sozialarbeitern und Psychologen in kleinen Gruppen, die gefährliche Entwicklungen bei den Jugendlichen wahrnehmen und abmildern können“.

Ein allein als minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommener 17-Jähriger hatte am Montagabend Fahrgäste in einem Regionalexpress bei Würzburg mit einer Axt angegriffen. Im Zug und auf der Flucht verletzte er insgesamt fünf Menschen schwer. Er wurde von Polizisten erschossen, als er die Beamten angriff. Nach eigenen Angaben war der junge Mann Afghane, es gibt aber auch Hinweise auf eine pakistanische Herkunft. Die Ermittlungsbehörden gehen von einem islamistischen Hintergrund aus. Die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) beanspruchte den Anschlag für sich.

Der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (Bumf) versteht sich als Organisation, die sich für die Rechte der Jugendlichen einsetzt. Ihm gehören vor allem in diesem Bereich aktive Verbände und Einzelpersonen an, darunter Gliederungen des Deutschen Roten Kreuzes, der Diakonie und der Caritas.