Nach Brexit-Votum sinkende Erwartungen an Schweizer Konjunktur

Zürich/London (APA/sda) - Nach Einschätzung von Finanzexperten wird sich die Konjunkturlage in der Schweiz nicht so schnell verbessern. Ein ...

Zürich/London (APA/sda) - Nach Einschätzung von Finanzexperten wird sich die Konjunkturlage in der Schweiz nicht so schnell verbessern. Ein Grund für die gesunkenen Erwartungen dürfte der Brexit-Entscheid sein.

Die neuste Umfrage der Credit Suisse und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist die erste nach dem Volksentscheid der Britinnen und Briten, aus der EU auszutreten. Befragt wurden 35 Analysten im Zeitraum vom 4. bis 15. Juli.

Die Prozentzahl derjenigen Analysten, die eine Verbesserung für die hiesige Konjunktur erwarten, fiel gegenüber der Juni-Umfrage um 11,7 Prozentpunkte auf noch 20,6 Prozent. 14,7 Prozent der Befragten rechnen gar mit einer konjunkturellen Eintrübung (+1,8 Prozentpunkte).

Daraus ergibt sich ein Rückgang des Credit Suisse ZEW Indikators um 13,5 Punkte auf neu 5,9 Zähler. Eine große Mehrheit von 64,7 Prozent erwartet indes keine Veränderung der Konjunkturlage (+9,9 Prozentpunkte zum Vormonat).

Noch klarer schlägt sich das Brexit-Votum in den Erwartungen für die Eurozone nieder. Hier sank der Ausblick um 32,4 Punkte auf -22.0 Zähler. Die Erwartungen für die US-Wirtschaft bleiben dagegen praktisch unverändert.

Auswirkungen hat das Referendum in Großbritannien auch auf die Erwartungen für Zinsen mit kurzer Laufzeit. Ein Fünftel der befragten Analysten rechnet damit, dass die ohnehin schon tiefen kurzfristigen Zinsen in der Schweiz noch weiter fallen werden. Vor der Abstimmung rechnete niemand mit einem solchen Szenario (0 Prozent).

An der Währungsfront rechnen die Experten gegenüber dem Euro und noch stärker gegenüber dem Dollar mit einer Abschwächung des Frankens in der zweiten Jahreshälfte. Zudem gehen die Befragten eher von einer Zunahme der Inflation als einem weiteren Rückgang aus.