Weltpolitik

Clinton startet mit einem Vorteil

US-Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton liegt in den Umfragen vorn, was viele Demokraten an einen Sieg im Kampf um den Senat glauben lässt. Doch die Meinungsforscher schießen plötzlich Warnsalven in Richtung der Partei.
© Reuters

Washington – Mit der Kür der Präsidentschaftskandidaten auf den Parteitagen beginnt in den USA der Hauptwahlkampf. Anders als der Vorwahlkam...

Washington –Mit der Kür der Präsidentschaftskandidaten auf den Parteitagen beginnt in den USA der Hauptwahlkampf. Anders als der Vorwahlkampf, in dem das Rennen durch jeden Winkel der Vereinigten Staaten führt, geht es jetzt nur noch um bestenfalls ein Dutzend Bundesstaaten. Denn dort wird letztlich die Wahl entschieden.

Grund dafür ist das Wahlsystem. Die Amerikaner wählen ihr Staatsoberhaupt indirekt. Jeder Bundesstaat verfügt über eine bestimmte Anzahl von Wahlmännern, die (mit zwei Ausnahmen) nach dem Prinzip „winner takes all“ vergeben werden. Wer in einem Bundesstaat vorne liegt, gewinnt dort alle Wahlmänner, der andere geht leer aus.

Die allermeisten Bundesstaaten lassen sich mit größter Wahrscheinlichkeit den Demokraten oder den Republikanern zuordnen. In ihnen findet kaum Wahlkampf statt. Stattdessen konzentrieren die Kandidaten alle Ressourcen auf die umstrittenen Staaten.

Welche das sind, ist keine exakte Wissenschaft, und es ändert sich auch laufend. Die Strategen der Wahlkampagnen schauen für ihre Planung u.a. auf vergangene Wahlergebnisse, aktuelle Umfragen, demografische und politische Entwicklungen sowie die Attraktivität ihres Kandidaten und seiner Botschaften bei einzelnen Wählergruppen und in bestimmten Regionen.

Zum Beginn des heurigen Hauptwahlkampfs sieht die politische Landkarte deutlich günstiger aus für die Demokratin Hillary Clinton (siehe Grafik). Ihr republikanischer Konkurrent Donald Trump hingegen muss in den umstrittenen Staaten abräumen, dazu das eigene Terrain halten und vielleicht noch den einen oder anderen demokratischen Staat „umdrehen“, um Präsident zu werden. Dem Vernehmen nach will er vor allem im so genannten „rust belt“ angreifen, dem Industriegürtel im Nordosten, wo er auf die Stimmen der weißen Arbeiterschicht hofft. (floo)