Gerücht um Lufthansa und Air Berlin - Insider: Etihad für Teilverkauf

Wien/Frankfurt/Schwechat (APA) - Der Air-Berlin-Großaktionär Etihad ist - zumindest laut einem Insider - offenbar guter Dinge, dass er Teile...

Wien/Frankfurt/Schwechat (APA) - Der Air-Berlin-Großaktionär Etihad ist - zumindest laut einem Insider - offenbar guter Dinge, dass er Teile der kriselnden deutschen Fluglinie an die Lufthansa losschlagen kann. Bei Etihad halte man eine Einigung für sehr wahrscheinlich, schrieb die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch unter Bezug auf Umfeld des Unternehmens.

Laut „Handelsblatt“ steht bei Air Berlin das gesamte so genannte dezentrale Geschäft auf der Verkaufsliste - also alle Flüge, die nicht über die Drehkreuze Düsseldorf und Berlin führen. Die Lufthansa könnte das Geschäft bei ihrer Billigtochter Eurowings eingliedern, so die seit gestern Abend öffentlich kursierende Spekulation.

Eine Etihad-Sprecherin lehnte auch heute eine Stellungnahme ab. Das Unternehmen kommentiere Gerüchte und Spekulationen generell nicht. Auch die Lufthansa wollte sich nicht zu dem Thema äußern. Air Berlin hatte einen Kommentar am Vorabend abgelehnt, sitzt bei den Gesprächen nach Informationen aus dem Etihad-Umfeld aber auch nicht mit am Tisch.

Auch die „Süddeutsche Zeitung“ widmete sich am Mittwoch (online) einem solchen Deal. Demnach wolle Air Berlin - auch auf Druck des wichtigsten Anteilseigners Etihad Airways - die dezentralen Strecken außerhalb der Hauptstandorte in Berlin und Düsseldorf loswerden und sich künftig auf das Geschäft mit Umsteigern und Geschäftskunden konzentrieren.

Die Air Berlin-Aktie stieg am Mittwoch nach Bekanntwerden der Pläne dramatisch an, am späten Vormittag betrug das Plus 21 Prozent.

Eine Übernahme einer Flotte von etwa 40 Flugzeugen entspräche etwas weniger als ein Drittel des Air Berlin-Flugbetriebes. Diese fliegen derzeit vor allem Strecken zu Urlaubszielen rund um das Mittelmeer, wo Air Berlin (auch mit der österreichischen Gesellschaft Niki) vor allem auf dem Flughafen Palma de Mallorca trotz starker Kürzungen weiterhin zahlreiche Flüge anbietet.

Das Touristikgeschäft ans Mittelmeer passe weniger zum Etihad-Modell, so die „SZ“. Allerdings laufen einige Teile der Ferienflüge bei Air Berlin noch am besten, die großen Verluste fliegt das Unternehmen Insidern zufolge auf den Geschäftsreisestrecken innerhalb Europas ein.

Ob es tatsächlich zu der (Teil-)Übernahme kommt, hält auch die „Süddeutsche“ für alles andere als sicher: Die Lufthansa hätte zusammen mit dem Air Berlin-Teil an einigen deutschen Flughäfen wie Stuttgart, Hamburg oder Nürnberg einen sehr hohen Marktanteil. Das deutsche Bundeskartellamt würde dies mit Sicherheit genau prüfen. Den Zeitungsinfos zufolge favorisiert die deutsche Bundesregierung aber für Air Berlin eine „deutsche Lösung“. Branchenkreisen zufolge gibt es bereits Gespräche dazu, wie die Air Berlin-Strecken mitsamt den Flughafen-Slots an Eurowings übertragen werden könnten.

Ungeklärt wäre auch die Perspektive für den bei Etihad verbleibenden Großteil von Air Berlin. Eine Option wäre, so wird spekuliert, diesen mit Alitalia zu verschmelzen, an der Etihad 49 Prozent der Anteile hält.

~ ISIN DE0008232125 GB00B128C026 WEB http://www.lufthansa.com/

http://www.austrian.com

http://www.flyniki.com

http://www.airberlin.com

http://www.etihad.com/de-at/ ~ APA296 2016-07-20/13:09